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Foto: Privat
Prof. Dr. Gerald Gartlehner MPH, Departmentleiter für EbM und Klinische Epidemiologie an der Donau-Universität Krems und Direktor der österreichischen Cochrane Zweigstelle
 
Standpunkte 8. Februar 2011

Aufklärung ist das Um und Auf vor dem PSA-Screening

Die traurige Erkenntnis unserer Studie ist, dass österreichische Männer auf Informationsmaterialien über PSA-Screening angewiesen sind, deren Qualität weit unter internationalen Standards liegt. Eine weitere aktuell publizierte Studie „Prostate-cancer mortality in a randomized European study“ von Schröder, Hugosson und Roobol zeigt, dass im Durchschnitt 1.410 Männer über neun Jahre Screenings durchführen müssen, damit ein Leben gerettet wird. Die Ergebnisse belegen auch, dass es zu vielen Überdiagnosen durch die Früherkennungsuntersuchung kommt. Insgesamt müssen sich 49 Männer einer Krebstherapie unterziehen, damit ein Mann gerettet werden kann. Zusätzlich können die Nebenwirkungen der PCa-Behandlung, vor allem der radikalen Prostatektomie, schwerwiegend sein. Bis zu 50 Prozent der operierten Männer leiden nach der Operation an Impotenz oder Inkontinenz. Diese Ergebnisse zeigen, dass ein PSA-Screening zwar Todesfälle vermeiden kann, aber zu einem hohen Preis. Gerade deshalb ist es wichtig, Männern, die ein PSA-Screening in Erwägung ziehen, Nutzen und Risiken dieser Untersuchung aufzuzeigen. Nur so kann sich jeder für oder gegen ein PSA-Screening entscheiden.

Der Originalartikel ist nachzulesen wmw, 2011, Gartlehner DOI 10.1007/s10354-010-0855-5 www.springerlink.com, online first

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