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Foto: Privat
Prof. Dr. Rudolf Mallinger Vizerektor für Studium und Lehre an der Medizinischen Universität Wien
 
Standpunkte 2. Februar 2011

EMS testet relevante Fähigkeiten für das Medizinstudium ab

Die wenigen Plätze sollen so fair wie möglich an ein Vielfaches an Bewerber verteilt werden. Der EMS ist ein Studierfähigkeitstest, der für ein Medizinstudium relevante Fähigkeiten überprüft. In Metaanalysen schneidet er hinsichtlich der Prognose des Studienerfolgs mit Spitzenwerten ab. Der gemeinsame Einsatz in Deutschland, Schweiz und Österreich bringt beste Voraussetzungen für die Evaluierung.

Soziale Kompetenz ist zweifellos wichtig für den ärztlichen Beruf, sie existiert aber nicht losgelöst, sondern muss mit fachlicher Kompetenz verbunden sein. Soft Skills im vorhandenen Rahmen verlässlich abzutesten, würde eine ehrliche und unverfälschte Beurteilung der eigenen Person voraussetzen – das kann in einem Zulassungstest dieser Tragweite nicht erwartet werden. Wir bauen daher auf bestmögliche Aufklärung der Studienwerber und bieten ein Self Assessment an, das es ermöglicht, noch vor dem Zulassungstest genau diese Kompetenzen anonym und für sich selbst zu testen. Das Wiener Curriculum legt auch besonderen Wert auf die Schulung der kommunikativen und sozialen Kompetenz der Studierenden im Umgang mit Patientinnen und Patienten, ebenso wie auf das Erarbeiten einer reflektierten ethischen Grundhaltung. Die Idee, Quoten – etwa für Personen aus Pflegeberufen – einzuführen, birgt ein Fairness- und ein Definitionsproblem. Erstens würden Quotenstudenten gegenüber „Besseren“ im Zulassungstest bevorzugt, zweitens würde die Definition der bevorzugten Gruppen Willkür über Regeln stellen. Ein Gender Gap ist tatsächlich virulent. EMS und Grazer Wissenstest bringen idente Ergebnisse, in der Schweiz und in Deutschland ist der Gender Gap aber nicht oder wesentlich geringer ausgeprägt. Die Ursache ist daher nicht im jeweiligen Testverfahren zu suchen. Die PISA-Studie hat erbracht, dass sich in Mathematik und Naturwissenschaften dieser Unterschied bereits in der Schule deutlich artikuliert.

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