zur Navigation zum Inhalt
Foto: Sissi Furgler
Prof. Mag. Dr. Gilbert Reibnegger Vizerektor für Studium und Lehre, Medizinische Universität Graz
 
Standpunkte 2. Februar 2011

Grazer Erfolgsmodell bringt mehr positive Absolventen

Lange herbeigewünscht, wurden 2005 Auswahlverfahren für das Medizinstudium gesetzlich ermöglicht. Die Med Uni Graz hat im Gegensatz zu Wien und Innsbruck keinen ausländischen Auswahltest „zugekauft“, sondern ein eigenständiges Auswahlverfahren entwickelt, das den Schwerpunkt auf naturwissenschaftliches Grundlagenwissen legt. Ziel ist es, Studierende auszuwählen, die fähig sind, das Medizinstudium erfolgreich zu absolvieren und insbesondere die ersten, sehr naturwissenschaftlich ausgerichteten Semester erfolgreich zu bewältigen.

Dieses Ziel wurde auch erreicht. So ist der Anteil der Studierenden, die den zwei Semester dauernden ersten Studienabschnitt auch tatsächlich in zwei Semestern erfolgreich absolvieren, von rund 20 auf etwa 80 Prozent angestiegen. Die Studienabbruchsquote, früher bei 40 bis 50 Prozent, konnte auf etwa 5 Prozent drastisch reduziert werden. Wesentlich für ein modernes Auswahlverfahren ist die stetige Analyse und Verbesserung des Erzielten. In diesem Sinn wird das Grazer Auswahlverfahren laufend analysiert und gezielt weiterentwickelt. Die Einbeziehung eines Situational-Judgement-Test-Teiles zur ersten Erfassung von psychosozialer Kompetenz, 2010 in Form eines Pilotversuchs erfolgreich gestartet, wird ab 2011 stärker gewichtet. Für Zahnmedizin kommt zusätzlich ein neuer Test zur Erfassung der manuellen Geschicklichkeit hinzu.

Der ärztliche Beruf erfordert Ärztinnen und Ärzte, die nicht nur individuell, sondern auch in ihrer Gesamtheit aus Sicht des Gesundheitssystems eine breite Palette an unterschiedlichen Kompetenzen repräsentieren. Eine stetig erweiterte Auswahlmethode für die Studierenden der Medizin unter Einbeziehung einer wachsenden Zahl unterschiedlicher Kompetenzen ist eine wichtige Voraussetzung, um dies in Zukunft zu gewährleisten.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben