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Foto: Land Tirol
DI Dr. Bernhard Tilg Tiroler Landesrat, zuständig für Gesundheit, Wissenschaft, Verkehr
 
Standpunkte 1. Dezember 2010

Vom Spital zum Gesundheitszentrum

Die Länder sind sich sehr wohl der Notwendigkeit kontinuierlicher Weiterentwicklungen und Anpassungen unseres Gesundheitssystems bewusst, um die hohe Qualität erhalten zu können. Die Reformansätze können aber nur in einer gemeinsamen Kraftanstrengung sowie im Dialog der betroffenen Partner erfolgreich umgesetzt werden.

Die Gewährleistung einer sektorenübergreifenden integrierten Gesundheitsplanung muss dabei einen besonderen Schwerpunkt bilden. Die bislang – bezüglich Planung und Steuerung – getrennten Bereiche intramural und extramural müssen in Integrationsprozessen besser aufeinander abgestimmt und als kommunizierende Gefäße eines Gesamtsystems neu definiert werden. Ich bin überzeugt, dass diese Integrationsprozesse auf regionaler Ebene der Bundesländer effizient funktionieren können. Die regionalen Verantwortungsträger – Länder, Gesundheitsfonds, Träger der Sozialversicherung – müssen mit den notwendigen Kompetenzen ausgestattet werden. Es bedarf hier Nachschärfungen bei den Instrumenten, insbesondere was die Arbeit der Gesundheitsplattformen anbelangt.

Es müssen auch die Erwartungshaltungen an öffentliche Krankenanstalten geprüft werden. Im Rahmen der Regionalen Strukturpläne Gesundheit haben wir die Chance, die ambulante Versorgung synergetisch verbessert und im Sinne einer gemeinsamen Verantwortung neu auszurichten. Gerade bei der ambulanten Versorgung ist es im Interesse der Patienten notwendig, auf regionale Besonderheiten und Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen. So betrachtet müssen die Rollen der Krankenanstalten immer wieder überdacht werden.

Nur im Rahmen einer gemeinsamen Integrierten Planung können sinnvolle Standorte für die Bündelung der ambulanten Versorgung herauskristallisiert werden. Bei den ambulanten Versorgungszentren denke ich neben den Gruppenpraxen auch an Verbundsysteme zwischen dem niedergelassenen Bereich und den Trägern von Krankenanstalten. Im Rahmen einer abgestimmten Leistungsangebotsplanung können dann die Aufgabenspektren der einzelnen Leistungsanbieter definiert werden.

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