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Foto: Med Uni Graz
Prof. Dr. Josef Smolle Rektor der Medizinischen Universität Graz
 
Standpunkte 19. Oktober 2010

Mehr Geld für die doppelte Aufgabe

Die österreichischen Universitäten stehen vor großen Herausforderungen, die international kaum vergleichbar sind: Zum einen droht eine nominelle Fortschreibung der Budgets, was einer realen Budgetreduktion von etwa 10 Prozent gleichkommen würde. Zum anderen ist die überwiegende Zahl der österreichischen Universitäten mit einem massiven Ansturm von Studierenden konfrontiert, auf welchen sie keinen Einfluss haben. Dennoch müssen die Universitäten mit den vorhandenen – limitierten – Mitteln letztendlich unlimitierte Versprechen der Politik in Hinblick auf die Zahl der Studierenden erfüllen. Darüber hinaus wird auch exzellente Forschung auf internationalem Niveau erwartet. Nachdem es schon seit einigen Jahren Zugangsregelungen zu den Studiengängen Human- und Zahnmedizin gibt, ist es für die Medizinischen Universitäten heute möglich, den Studienbetrieb stabil und transparent zu gestalten und damit organisatorische Engpässe und Studienverzögerungen für die Studierenden zu vermeiden. Die bisherigen Erfahrungen zeigen eindrucksvoll, dass seit Einführung der Auswahlverfahren der Studienerfolg massiv angestiegen und die Dropout-Rate stark zurückgegangen ist, was de facto auf eine Erhöhung der Absolventenzahlen hinausläuft. Parallel dazu hat es auf den Medizinischen Universitäten eine dynamische Entwicklung in der Forschung gegeben, die auch Beachtung im internationalen Ranking gefunden hat.

Die finanzielle Herausforderung wiederum ist eine doppelte, weil die MedUnis nicht nur Teil des tertiären Bildungssektors, sondern auch Teil des Gesundheitswesens sind und in ihren Regionen die Krankenversorgung, oft als Letztinstanz, in hohem Maße tragen. Umso notwendiger ist eine stabile Finanzierung auf beiden Seiten, damit Forschung und Lehre, aber auch die Gesundheitsversorgung weiterhin auf dem bisherigen hohen internationalen Niveau betrieben werden können.

Die anderen Standpunkte zum Thema

"Aufkochende Proteste sind nicht verwunderlich"  - Stefan Konrad, Vorsitzender der Universitätsvertretung und Mitglied des akademischen Senats an der Medizinischen Universität Wien, Studienvertreter Humanmedizin

"Frisches Geld ist ab dem Jahr 2013 möglich" - Dr. Beatrix Karl, Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung


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