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Foto: MED COMMUNICATIONS
Mag. Marcus Essl Rechtsanwalt der Mehrheit der Hebammen im AKH
 
Standpunkte 5. Oktober 2010

Keine sichtbaren nachhaltigen Verbesserungen

Bereits vor einem Monat wurde mit dem ärztlichen Leiter des AKH Wien eine Besprechung abgehalten, bei der die zahlreichen im Juni auch schriftlich festgehaltenen Missstände behandelt wurden. Bis auf bloße Zusagen und eine Hygienebegehung hat es keine sichtbaren nachhaltigen Verbesserungen der Situation der Hebammen, aber auch der technischen und räumlichen Ausstattung des Kreißsaales gegeben.

Nachdem die Zahl der funktionsfähigen Cardiotokografie-Geräte (CTG) zwischenzeitlich sogar auf vier geschrumpft war, wurden drei Leihgeräte beschafft, die allerdings nicht in das Funkübertragungssystem eingebunden werden konnten. Diese stehen jetzt in einer anderen Abteilung, die dortigen systemkompatiblen Geräte wurden in den Kreißsaal gebracht. Ihre Einbindung in das technisch offensichtlich an seine Grenzen gelangte System hat jedoch dazu geführt, dass vor zwei Tagen das Übertragungssystem der CTGs völlig ausfiel und erst nach einer halbtägigen Reparatur wieder instandgesetzt werden konnte.

Der Posten einer Stationshebamme wurde ausgeschrieben, sie wird aber laut Ausschreibungstext selbst nicht im regulären Kreißsaalbetrieb tätig sein. Damit wird eine weitere Bürokratieebene eingezogen, da die Hebammen nach wie vor dem fachfremden leitenden Oberassistenten der medizinisch-technischen Dienste unterstellt bleiben sollen. Eine dringend notwendige Personalaufstockung zur Entlastung der vorhandenen Hebammen ist damit nicht erreicht.

Unabdingbar für die Entschärfung des Hebammenmangels am AKH Wien ist daher die Entschärfung der Führungssituation durch Unterstellung unter einschlägig fachkompetente Vorgesetzte sowie der Angleich der Gehälter der Hebammen in Wien und Niederösterreich. Nur so kann ein Abwandern geeigneten Nachwuchses dauerhaft verhindert werden.

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