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Foto: UMIT
Prof. DDr. Roland Staudinger vorm. Departmentleiter, UMIT
 
Standpunkte 28. September 2010

Willkürakt einer Behörde

Die Aberkennung eines gut funktionierenden Doktoratsstudiums und damit verbunden die Verunsicherung von 250 Studierenden ist nicht nachvollziehbar und ein Willkürakt einer Behörde, die im Verfahren wie ein Ankläger, Verteidiger und Richter gleichzeitig agiert. Die UMIT hat immer versucht – und erreicht –, die Richtlinien des ÖAR einzuhalten. Der ÖAR hat diese aber immer wieder nachträglich verändert und in rechtskräftige Bescheide eingegriffen.

Die „internationalen“ Gutachter sind zwei deutsche Professoren, die selbst in ihren Gutachten feststellen, dass sie vom österreichischen Studienwesen keine Ahnung haben und auch keine Zeit hatten, sich in die Materie einzuarbeiten. Das Gesetz sieht vor, dass Amtssachverständige eingesetzt werden, die AQA steht nicht im Gesetz, sondern ist nur eine Alternative, die man auch hätte nehmen können.

Die Betreuungsverhältnisse an der UMIT sind deutlich besser als an vergleichbaren öffentlichen Universitäten in Österreich – werden diese jetzt auch zugesperrt? Die Richtlinien des ÖAR zu den Doktoratsstudien sind Gegenstand eines Verfahrens vor dem Verfassungsgerichtshof. Warum wartet der ÖAR das Ergebnis nicht ab? Warum gab es im Verfahren kein rechtlich vorgeschriebenes Parteiengehör? Es wurde auch keine vertretbare Frist für ein Gegengutachten eingeräumt.

Ich hoffe im Sinne der Studierenden, dass die Verantwortlichen an der UMIT – sollte ein rechtskräftiger Bescheid erlassen werden – diesen sofort bei den Oberstgerichten beeinspruchen und aufschiebende Wirkung beantragen. Dann können alle Studierenden ihr Studium ordentlich beenden und das Verfahren und die Qualität des ÖAR werden auf einen rechtsstaatlichen Prüfstand gestellt.

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