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Foto: Privat
Prim. Univ.-Doz. Dr. Raimund Weitgasser Präsident der ÖDG, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin, Diakonissenkrankenhaus Salzburg
 
Adipositas 21. September 2010

Umfassende Bewusstseinsbildung ist notwendig

Schätzungen zur Prävalenz des Diabetes für das Jahr 2010 ergeben ca. 285 Millionen Erkrankte weltweit. Angesichts der Tatsache, dass es in Österreich etwa 600.000 Menschen mit Diabetes mellitus gibt, etwa 420.000 diagnostiziert sind und rund 180.000 von ihrer Erkrankung nicht einmal wissen, ist eine verstärkte Beschäftigung mit dem Thema unumgänglich. Neben einer möglichst frühen Entdeckung und Behandlung der Erkrankung gilt es, Ansätze in der Prävention zu unterstützen. Übergewicht und Bewegungsarmut stellen bereits bei Schulkindern die Weichen zur Entwicklung eines Diabetes. Während nur 3 Prozent aller Normalgewichtigen an Diabetes erkranken, liegt der Anteil der Übergewichtigen bei 9 Prozent, bei Menschen mit Adipositas sogar bei 15 Prozent.

Mehr Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung wäre durch eine Initiative ähnlich den bereits vor Jahren durchgeführten PR-Aktionen „Schach dem Herztod“ oder „Cholesterin 200“ zu erreichen. Die ÖDG startet eine Aufklärungskampagne, um der Bevölkerung die wichtigsten Symptome zur Erkennung eines Diabetes nahe zu bringen. Ziel ist es, für die Diagnose Diabetes bzw. deren Ausschluss zu sensibilisieren, damit die Dunkelziffer an bisher unerkannt Erkrankten zu senken und damit Krankheitsverläufe und deren Folgen zu mildern, letztlich auch Kosten für die Behandlung von Komplikationen zu reduzieren.

Die Ausbildung von spezialisierten Internisten und der Ausbau von Krankenhausambulanzen mit besonderem Augenmerk auf Fußsprechstunden stehen ebenfalls an sowie Ausbildungsstellen für das Zusatzfach Endokrinologie und Stoffwechsel zu erhalten bzw. zu vermehren. Damit in Verbindung steht die Besetzung von mehr leitenden Positionen mit dieser Ausbildung, als dies in den letzten Jahren der Fall war. Ohne Expertise und Interesse für den Diabetes wird eine qualitativ hochstehende Patientenversorgung nicht erreichbar sein.

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