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Foto: Privat
Dr. Andreas Dallamassl Arzt für Allgemeinmedizin und Sportarzt, Linz
 
Standpunkte 14. September 2010

Lebensqualität und Lebensfreude nehmen ab

In meiner Jugend war die Freizeit sehr stark von Bewegung und Aktivitäten im Freien geprägt. Heute dominieren Fernseher und Computer und zwingen Kinder zu stundenlangem Sitzen. Um ein gesundes Heranwachsen zu ermöglichen, sollten Kinder und Jugendliche täglich insgesamt 60 Minuten mit zumindest mittlerer Intensität körperlich aktiv sein. Von der seit Jahren wiederholt geforderten täglichen Turnstunde sind wir nach wie vor weit entfernt. Selbst der Schulweg ist durch das Sitzen in Schulbus oder Straßenbahn gekennzeichnet. Politiker haben mittlerweile sogar die finanzielle Förderung von elektrisch unterstützten Fahrrädern durchgesetzt und somit ein Fahrradfahren ermöglicht, bei dem Jugendliche ohne größere körperliche Anstrengung auskommen und Schwitzen vermeiden. Parallel dazu entwickelt sich auch das typische falsche Essverhalten der so genannten „Couch Potatoes“, was in Verbindung mit Bewegungsmangel zu Übergewicht und folgenschweren Problemen führt.

Heranwachsende Kinder brauchen authentische Vorbilder, die ihnen dabei helfen, sich zu aktiven und lebensbejahenden Personen zu entwickeln. Nicht die Gene sind schuld, dass oft alle Familienmitglieder dick und bewegungsunfähig sind, sondern der gemeinsam praktizierte bewegungsarme Lebensstil in Verbindung mit den falschen Ernährungsgewohnheiten. Dass aber auch die Lebensqualität und Lebensfreude der Betroffenen durch diese Entwicklung fatal abgenommen hat, ist durch die enorme Zunahme an psychischen Erkrankungen auch bei Kindern und Jugendlichen nachweisbar. Und spätestens diese Tatsache sollte verantwortungsbewusste Menschen dazu bringen, Kinder und Jugendliche in ihrer körperlichen und psychischen Entwicklung positiv zu unterstützen und nicht durch Ignoranz oder dumme politische Entscheidungen den heranwachsenden Menschen weiter Schaden zuzufügen.

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