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DI Heinz Schöffl Arbeitkammer, Abteilung Konsumentenpolitik
 
Standpunkte 30. Juni 2010

Nicht mehr und keine anderen Einsichtsrechte als bisher

Umfragen zeigen immer wieder, dass Konsumenten an Herkunft und Frische von Lebensmitteln interessiert sind. Auch der Nährwert von Produkten wird aber immer wichtiger, nicht zuletzt auch deshalb, weil der Verbrauch an Convenience-Produkten stark gestiegen ist und deren Nährwerte meist nicht einschätzbar sind. Bei Basisprodukten wie Butter, Milch oder Brot weiß man in etwa, was man isst, bei der Mikrowellen-Lasagne oder beim Asia-Nudelsnack haben nicht einmal Experten einen Überblick über Fett-, Zucker- und Salzgehalt. Eine AK-Umfrage zeigte deutlich auf, dass Konsumenten verlässliche Nährwertinformationen wollen und vor allem an Fett, Zucker und Kalorien interessiert sind. Fast jeder Befragte würde gerne „gesünder“ essen, wenn es leichter wäre.

Die AK hatte sich daher für eine Ampelkennzeichnung ausgesprochen – eine farbunterstützte, leicht fassliche Kennzeichnung der Nährwerte, die ein besseres Verständnis ermöglichen würde. Konsumenten wollen solche leicht auffindbaren, verständlichen und praktikablen Informationen, die werden sie leider so nicht auf den Verpackungen finden. Was allerdings doch bleibt, ist die Tatsache, dass die Kennzeichnung grundsätzlich verbindlich und damit nicht von der Lust und Laune der Hersteller abhängig ist, welche Information auf der Verpackung steht. Damit wird künftig zumindest eine Vergleichbarkeit der Produkte ermöglicht werden. Positiv anzumerken ist immerhin auch, dass die Kennzeichnung auf der Vorderseite der Verpackung angebracht sein muss und damit möglicherweise doch zum Lesen anregt. Eine freiwillige Ampelkennzeichnung ist natürlich immer noch möglich, aber es ist fraglich, ob Unternehmen so etwas aufgreifen, wenn es dazu keine Vorschriften gibt. Gerade im Lebensmittelbereich hat die EU eine Harmonisierung angestrebt, daher sind nationale Alleingänge kaum zu erwarten.

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