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Dr. Rosa Aspalter Ernährungsmedizinerin, KiloCoachTM, Online-Service für erfolgreiches Abnehmen
 
Standpunkte 30. Juni 2010

Ein Verzicht heißt nicht, dass es sich um ein Verbot handelt!

Die Kennzeichnung von Lebensmitteln mithilfe der GDAs ist für Konsumenten nicht wirklich brauchbar, denn die Angaben sind auf willkürlich festgelegte Portionen bezogen und damit die Produkte schwer vergleichbar. Nehmen Sie als Beispiel nur eine Fertigpizza: Oft beziehen sich die GDA-Angaben nicht auf die gesamte Pizza, wie viele vielleicht denken, sondern die Nährwertangaben beziehen sich auf eine halbe Pizza. Darüber hinaus gilt als Referenzwert der Kalorienbedarf einer erwachsenen Frau mit einem durchschnittlichen Bedarf von 2.000 Kalorien. Wo bleiben dann die Angaben für Kinder, ältere Menschen oder Männer? Der Bedarf an Nährstoffen ist doch sehr unterschiedlich und kann nicht über einen Kamm geschert werden. Das bedeutet, dass jeder Konsument ständig umrechnen müsste, wie weit die Angaben für seine spezielle Situation zutreffend sind – eine Aufgabe, mit der ein Durchschnittskonsument sicher überfordert ist. Abgesehen von der Tatsache, dass man sich den Tag über merken müsste, wie viel von welchem Parameter der GDAs bereits „konsumiert“ wurde.

Die vorgeschlagene Ampelkennzeichnung als Alternative löst auch nicht alle Probleme, aber für den Konsumenten ist das Handling deutlich einfacher. Erfahrungen aus England zeigen, dass die rot-gelb-grün-Auszeichnung sehr gut funktioniert. Ein roter Punkt heißt ja nicht, dass es sich dabei um ein völlig verbotenes Lebensmittel handelt. Er regt zum Nachdenken an und deutet lediglich darauf hin, das Produkt „mit Vorsicht zu genießen“. Wir können nicht wegdiskutieren, dass es Nahrungs- und Genussmittel gibt, von denen man einfach weniger zu sich nehmen sollte. Wenn ein roter Punkt dazu dient, beispielsweise den Konsum von besonders zuckerhältigen Lebensmitteln auf die Hälfte zu reduzieren, dann ist doch für die Gesundheit schon viel gewonnen.

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