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Foto: KAV/Johann Zinner
Dr. Wilhelm Marhold Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV)
 
Standpunkte 1. Juni 2010

Beispielhafte Programme zeigen: „Wien ist anders“

Die Aussagen beziehen sich auf die österreichische Spitalslandschaft. Wien hat sich immer davon unterschieden und unterscheidet sich nach wie vor in wesentlichen Punkten. So gibt es in Wien keine Anzeigen oder ein Einschreiten des Arbeitsinspektorates betreffend Krankenanstaltenarbeitsgesetz für Spitalsärzte. Damit stützt sich der Wiener Krankenanstaltenverbund auf Fakten und nicht auf Meinungsumfragen. Wien erfüllt das Krankenanstaltenarbeitsgesetz und geht in der Frage der Diensteinteilungen beispielhaft neue Wege: So wird in zunehmendem Maß die Betriebszeit der Spitäler für planbare Eingriffe und Untersuchungen auf 8 bis 18 Uhr ausgedehnt, ohne dabei die individuelle Arbeitszeit zu verlängern. Dies erfolgt bei einer Rund-um-die-Uhr-Versorgung der Akutfälle in jedem Fachgebiet und bei ständiger Anwesenheit von Fachärzten. Mit eigenen Programmen fördert der Wiener Krankenanstaltenverbund die Zusammenarbeit von Medizin und Pflege und stellt in zunehmendem Maß Abteilungs-, Ambulanz- und Stationsschreibkräfte ein.

Die Frage nach der Beschränkung der maximal zulässigen Dienstdauer hat plebiszitären Charakter und negiert völlig die im Krankenanstaltenarbeitszeitgesetz vorgesehene Zeitspanne für eine kontinuierliche PatientInnenbetreuung. Laut Studie überschreiten vor allem Turnusärzte die durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeitgrenzen. Auch diese Aussage trifft für Wien nicht zu, da die Stadt wesentlich mehr Turnusärzte beschäftigt. Extra Anmerkung zur Struktur der Turnusärztenausbildung: In der Ausbildung geht es vor allem um die Qualität der Ausbildung und in zweiter Linie um die Frage der Dauer und der Integration eines Teils der Ausbildung ins Medizinstudium. Der Wiener Krankenanstaltenverbund ist mit seinem Turnusärzte-Ausbildungsprojekt österreichweit bereits seit Jahren in einer anerkannten Vorreiterrolle.

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