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Foto: ÖÄK/Bernhard Noll
Dr. Harald Mayer Österreichische Ärztekammer, Bundeskurienobmann der Angestellten Ärzte
 
Standpunkte 1. Juni 2010

Dramatische Zunahme der Arbeitsintensität

Mit der Studie liegen nun endlich die Fakten auf dem Tisch. Die Befragung hat genau diejenigen Punkte klar offengelegt, an denen es krankt: Verwaltung, Dokumentation und Administration sowie steigende Patientenfrequenzen. Jetzt haben wir den empirischen Beweis dafür, was wir vonseiten der Bundeskurie schon immer bemängelt haben: dass die Belastungsgrenze der Spitalsärzte schon längst erreicht ist. Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit ist mit 56 Stunden zwar ebenso leicht zurückgegangen wie die durchschnittliche Maximalarbeitszeit mit 71 Stunden, dies ist aber ausschließlich auf die von uns vehement betriebene Einführung von Sanktionen bei Übertretung der gesetzlichen Arbeitszeiten zurückzuführen. Beide Werte sind aber immer noch deutlich zu hoch und damit weit von unserem Ziel entfernt. 70 Prozent der Ärzte sind für eine Beschränkung der maximalen Wochenarbeitszeit auf 60 Stunden und auf 48 Stunden im Durchschnitt – bei vollem Lohnausgleich.

Ich möchte noch auf einen besonderen Aspekt der Befragung hinweisen: Die Freude an der Arbeit, Motivation und soziales Engagement der Spitalsärzte sind im Vergleich zu anderen Berufsgruppen besonders hoch. Daher ist es umso wichtiger, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Ärzten ermöglichen, ihrer verantwortungsvollen Aufgabe entsprechend nachzukommen. Denn wir wissen aus zahlreichen Studien, dass die Zeit und die Zuwendung zum Patienten mit die wesentlichsten Faktoren der Behandlung und letztlich auch des Behandlungserfolges darstellen.

Krankenhausträger und Politik sind daher gefordert, rasch Maßnahmen zu setzen, die zur Entlastung jedes einzelnen Spitalsarztes beitragen. Die Spitalsärzte müssen wieder mehr Zeit für ihre eigentliche Tätigkeit haben: die medizinische Betreuung ihrer Patienten.

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