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Standpunkte 25. Mai 2010

Festnetz oder Kabel-Internet hält Belastung gering.

Die Interphone-Ergebnisse ändern nichts an der Notwendigkeit, die Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten. Laut Studie haben intensivste Handynutzer mit 1.640 Stunden Gesprächsdauer ein fast doppelt so hohes Gliom-Risiko wie mäßige Nutzer. Bei denjenigen, die ein Handy 10 Jahre und länger nutzen, erhöht sich dieses Risiko auf das 2,18-fache. Und dies, obwohl die meisten Studienteilnehmer erst relativ kurze Zeit und selten telefonierten, Tumore demgegenüber aber lange Latenzzeiten haben. Zunehmend liegen überdies experimentelle Belege für Schadwirkungen der Mobilfunkstrahlung vor, die nicht durch Gewebeerwärmung erklärbar sind. Ein Berufungsgericht in Brescia hat die Hardell-Ergebnisse, die 10 bis 15 Jahre Handynutzung berücksichtigen, als glaubwürdiger erachtet als die bereits vorliegenden, auch betreiberfinanzierten Interphone-Ergebnisse. Aus diesem Grund hat das Gericht dem Kläger, der nach mehr als 10-jähriger beruflicher Schnurlos- und Mobiltelefonnutzung in einem täglichen Ausmaß von fünf bis sechs Stunden an einer Neoplasie am Trigeminus-Nerv erkrankte und nun zu 80 % invalid ist, Ende 2009 eine Entschädigung zugesprochen.

Es bleibt daher Gebot der Stunde, Handy-Telefonierern – und dabei ganz besonders Kindern und Jugendlichen – klar zu machen, dass die Strahlenexposition so niedrig wie möglich gehalten werden sollte. Dies wird erreicht, wenn man prinzipiell möglichst wenig und kurz mit dem Handy telefoniert, bei schlechtem Empfang und in Fahrzeugen oder Liften gar nicht telefoniert, Freisprecher oder Headsets benützt, das Mobiltelefon während des Gesprächsaufbaus nicht an den Kopf hält, bei der Handyauswahl auf Geräte mit geringem SAR-Wert achtet und vor allem eine Regel beachtet: Wo immer möglich, sollte das Festnetz oder ein Kabel-Internet genutzt werden.

„Intensive Handynutzer tragen ein fast doppelt so hohes Gliom-Risiko wie mäßige User.“ Eva Maršálek Plattform Mobilfunk-Initiativen – PMI

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