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Foto: Privat
Wolfgang Müller M.A. Leiter der Geschäftsstelle der AWMF – Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V., Düsseldorf
 
Standpunkte 19. Mai 2010

Internationale Standards gelten als Vorgabe.

Die Arbeitsgemeinschaft beauftragte im Vorjahr eine ad-hoc-Kommission, um Ratschläge für den Umgang mit Interessenkonflikten innerhalb der medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften auszuarbeiten, und hat das Ergebnis jetzt als Empfehlung an die 154 Fachgesellschaften verabschiedet, die in der AWMF zusammengeschlossen sind. Damit werden 200.000 Mitglieder repräsentiert. Die Bedeutung von Interessenskonflikten und die Notwendigkeit, diese offen darzulegen und bei Entscheidungen zu berücksichtigen, sind zunehmend in den Fokus öffentlicher Diskussion gerückt. Die nun verabschiedeten Empfehlungen fordern daher sämtliche medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften auf, Verfahren zum Umgang mit Interessenskonfliktverfahren einzuführen und anzuwenden. Für Publikationen werden bezüglich finanzieller Interessenskonflikte in Verbindung mit der Industrie für Inhalt, Format und Vorgehensweisen die Standards des „Institute of Medicine“ oder die Kriterien des „International Committee of Medical Journal Editors“ empfohlen. Die Offenlegung sollte in allen Zeitschriften der Fachgesellschaften und ihren Berufsverbänden durchgängig vorhanden sein. In die Bewertung der Qualität klinischer Studien soll auch die Beurteilung der Unabhängigkeit von externer Einflussnahme eingehen. Bei Fachgesellschaftskongressen ist für jedes Sponsoring eine gleichwertige Gegenleistung des Veranstalters nachzuweisen. Das AWMF-Leitlinien-Regelwerk gibt genaue Empfehlungen für die Erfassung und den Umgang mit Interessenskonflikten dieser Vertreter. Externe Experten können trotz vorhandener Interessenskonflikte zum Wissen der Leitlinie beitragen, ohne allerdings an der Bewertung der „Evidenzen“ und der Konsensfindung beteiligt zu werden.

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