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Dr. Jan Oliver Huber Generalsekretär des Branchenverbandes der Pharma-Industrie Pharmig
 
Standpunkte 4. Mai 2010

Sonderregelung „kontrolliertes Distributionssystem“.

Es ist nicht richtig, dass Pharmaunternehmen auf die Dienste des Pharmagroßhandels verzichten. Pharmaunternehmen sind gemeinsam mit Großhandel und Apotheken dafür verantwortlich, eine ausreichende Versorgung aller Österreicherinnen und Österreicher mit Arzneimitteln sicherzustellen. Um diesen Versorgungsauftrag erfüllen zu können, ist es manchmal notwendig, direkt mit Logistikanbietern zusammenzuarbeiten.

Bei innovativen Medikamenten mit sensiblen Indikationen, wie Immunologika, Impfstoffen sowie Medikamenten gegen Krebs oder Aids, kann es behördliche Auflagen geben. In der Fachsprache wird diese Sonderregelung „kontrolliertes Distributionssystem“ genannt. Sie wird von Pharmaunternehmen mit größtmöglicher Verantwortung erfüllt. Pharmaunternehmen müssen in diesen Fällen dokumentieren, an wen das Arzneimittel abgegeben wird, wie der verschreibende Arzt aufgeklärt und informiert wurde und welche Indikation vorliegt. Die Patientendaten bleiben anonym. Pharmaunternehmen haben an den Patientendaten weder Interesse noch können sie diese verwenden.

Wir beobachten aktuell den Trend, dass Arzneimittel, die für Österreich bestimmt sind, von einzelnen Vertriebspartnern ins Ausland exportiert werden. Das gefährdet die Arzneimittelversorgung in Österreich, weil schwer abzuschätzen ist, welche Medikamente wirklich in Österreich benötigt und welche ins Ausland exportiert werden. Der wesentliche Grund für die Exporte sind die niedrigen Arzneimittelpreise in Österreich. Die Fabrikabgabepreise liegen mit 18,6 Prozent deutlich unter dem EU-15-Durchschnitt. Das niedrige Preisniveau ist die Folge der Generikapreisregelung des Erstattungskodex (EKO), die in Europa einzigartig ist. Das Originalprodukt muss bei Aufnahme des dritten Generikums in den EKO gleichpreisig sein.

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