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Foto: privat
Dr. Hubert Dreßler Präsident des Verbandes der pharmazeutischen Industrie Österreichs
 
Standpunkte 21. April 2010

Nachhaltige Sanierung der Krankenkassen nicht blockieren.

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger ist gerne laut, wenn es darum geht, von Vertragspartnern Kostensenkungen zu fordern. Bei Einsparungen in den eigenen Häusern ist er lieber leise. Mit diesem Schutzverhalten blockiert er eine nachhaltige Sanierung der Krankenkassen. Nur wenn man alle Ausgabenbereiche analysiert, kann man Sparpotenziale finden, ohne dass Patienten dadurch schlechter gestellt würden.

Bereits letzten Sommer hat die Pharmig darauf hingewiesen, dass die eigenen Einrichtungen der Sozialversicherung eine Menge Kostendämpfungspotenzial beinhalten. Ein kürzlich im Nachrichtenmagazin NEWS veröffentlichter geheimer Prüfbericht über die Rentabilität von Zahn-, Fach- und Physikoambulatorien der Krankenkassen untermauert unseren Standpunkt: Nur zwei von 28 Fachambulatorien konnten im Jahr 2008 eine positive Rentabilität aufweisen. Das kann man nicht einfach so hinnehmen.

Es muss überprüft werden, wie die Leistungen der Ambulatorien wirtschaftlicher erbracht werden können. Dazu ist Transparenz notwendig. Die Gebarungen der Krankenkassen sind nach wie vor nicht nachvollziehbar. Man weiß nicht, welche tatsächlichen Leistungen hinter den Ausgabenpositionen stehen beziehungsweise wo, provokant gesagt, Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Ein Blick in das statistische Handbuch 2009 der Sozialversicherung genügt jedenfalls, um zu erkennen, welches Sparpotenzial bei den eigenen Einrichtungen der Sozialversicherungsträger tatsächlich schlummert. Im Vergleich zu 2007 sind die Aufwendungen dieser Einrichtungen um rund 27 Millionen auf insgesamt rund 973 Millionen Euro gestiegen. Da zahlt es sich in jedem Fall aus, die eigenen Strukturen ernsthaft unter die Lupe zu nehmen.

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