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Standpunkte 23. März 2010

Aktuell geht es offensichtlich eher um politische Profilierungswünsche.

Ich war lange Jahre an der Klinik Wels tätig und am Aufbau der Versorgung des akuten Herzinfarkts intensiv beteiligt: Die Versorgung mit Herzkatheterlabors in Oberösterreich ist im Vergleich zu anderen Bundesländern ausgezeichnet. An den drei Zentren in Wels und Linz gibt es hohe Fallzahlen und damit eine hohe Expertise und eine ebenso hohe Versorgungs- sowie Ergebnisqualität. Diese Einheiten sind rund um die Uhr erreichbar. Deshalb gibt es meiner Meinung nach keinen Grund, zusätzliche zu schaffen.

Kleinere Herzkatheterlabors in dezentralen Regionen sind nicht nur in Bezug auf Oberösterreich obsolet: Gerade die Behandlung des akuten Herzinfarkts braucht hochspezialisierte Ausstattung, Expertise und jahrelange Erfahrung. Weiters geht es um die kontinuierliche Qualitätskontrolle, die an die Höhe der Fallzahlen gekoppelt ist und in kleineren Einheiten nicht im erforderlichen Ausmaß möglich ist. Dazu kommt: In kleineren Herzkatheterlabors wird es meist unmöglich sein, eine Erreichbarkeit rund um die Uhr zu gewährleisten.

In Tirol gibt es seit 2002 ein hervorragendes Netzwerk für die Versorgung des akuten Herzinfarkts – die Zeit für den Transfer in die Klinik liegt unter 60 Minuten. Dies ist sicher auch in Oberösterreich erreichbar. Die optimale Organisation der Transportkette im Falle eines akuten Herzinfarktes kommt sicher wesentlich billiger als der Aufbau von Herzkatheterlabors.

Aktuell geht es offensichtlich eher um politische Profilierungswünsche als um eine Optimierung der medizinischen Versorgung.

C.Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 12 /2010

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