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Standpunkte 23. März 2010

Das Einzugsgebiet des Innviertels ermöglicht hohe Fallzahlen.

Von Dezember bis Jänner lief an unserem Haus ein Probebetrieb des Herzkatheterlabors. Dabei bestätigte sich der hohe Bedarf. Die vorhandenen Labors konzentrieren sich auf den Linzer Zentralraum, deshalb gibt es eine regionale kardiologische Unterversorgung. 2007 war die Infarktsterblichkeit im Innviertel um 48 Prozent höher als in Linz, und das trotz optimierter Transportlogistik. Akutfälle müssen mit dem Hubschrauber oder mit dem Notarztwagen in andere Spitäler gebracht werden – diese Transportmittel sind so für andere Notfälle stundenlang blockiert, ganz abgesehen vom Zeitverlust und den erheblichen Kosten. Internationale Daten und österreichweite Untersuchungen belegen klar, dass die Größe einer Klinik nicht mit der Qualität der Intervention zusammenhängt. In einigen Ländern hat sich ebenso eine dezentrale kardiologische Versorgung bewährt, wie zum Beispiel in Schweden – die Qualität ist dabei europaweit vorbildlich. Auch in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland sind Herzkatheter dezentral organisiert und weisen eine gute Qualität auf. Das Einzugsgebiet des Innviertels ermöglicht hohe Fallzahlen, die zu einer hohen Expertise führen. Unsere kardiologische Abteilung wird von einem Arzt mit langjähriger Erfahrung geleitet, denn es gibt natürlich einen Zusammenhang zwischen der Erfahrung des Untersuchers und der Qualität. Die Angiographieanlage an unserem Haus wird gemeinsam von den Abteilungen für Radiologie und Kardiologie genützt – das erhöht die Wirtschaftlichkeit dieses Großgerätes. Es gibt also keinen Grund, der Abteilung für Kardiologie am einzigen Schwerpunktkrankenhaus des Innviertels bei vorhandenem Großgerät und geübten Experten die heute übliche Behandlung des akuten Herzinfarktes zu untersagen.

C.Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 12 /2010

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