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Standpunkte 23. März 2010

Eine flächendeckende Nahversorgung ist finanziell unrealistisch.

In einer aktuellen Metaanalyse wird die Vermutung geäußert, dass bei Patienten mit Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit ein CT bessere Ergebnisse bringt als der Einsatz eines Herzkatheters. In diesem Zusammenhang muss klar differenziert werden: In dieser Analyse geht es um chronisch kranke Patienten mit stabiler KHK, bei der aktuellen Diskussion jedoch um die Versorgung von Akutpatienten mit instabiler Angina pectoris oder Herzinfarkt – also um etwa ein Fünftel der Betroffenen.

Erfolgt deren Behandlung innerhalb von drei Stunden nach Schmerzbeginn, kann eine Lysetherapie eine Therapiealternative darstellen, ist aber kein Ausschließungsgrund für den Herzkatheter, der weiter den Goldstandard darstellt.

Richtlinien der Europäischen Kardiologischen Gesellschaft werden auch für Österreich herangezogen. Sie enthalten unter anderem klare Aussagen darüber, wie viele Untersuchungen in einem Herzkatheterlabor erfolgen sollten, damit die Qualität gewährleistet bleibt. Dies gibt eine Orientierung. Die Interpretation ist aber sicher stark von politischen Interessen beeinflusst.

Wobei sicher weniger die Frage ist, wie viele Herzkatheterlabore nötig sind, sondern vielmehr, wie schnell sie erreichbar sind. Dabei kann ein Zentrum nie mit der Peripherie verglichen werden – in größeren Städten gibt es mehr Untersuchungen mit Herzkatheter, weil deren Labors leichter erreichbar sind. Entscheidend ist, dass bei der Erstdiagnose vor Ort die richtige Entscheidung getroffen wird, ob jemand nämlich in ein Zentrum mit Herzkatheter gehört oder nicht. Hier sind Impulse in der Fortbildung gefragt, um organisatorische Maßnahmen in der Rettungskette optimal zu gestalten.

Eine flächendeckende Nahversorgung ist finanziell unrealistisch und ein bestimmtes Mindestniveau an Fallzahlen ist erforderlich, um die Qualität der Untersuchungen in einem Herzkatheterlabor zu gewährleisten.

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