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Foto: Privat
Dr. Konrad Brustbauer Wiener Patienten- und Pflegeanwaltschaft
 
Standpunkte 9. Februar 2010

Leitlinien für einheitliche Höhen der Pönale wären wünschenswert.

Der Patient sollte auf jeden Fall bei der Aufklärung und spätestens bei der konkreten Terminvereinbarung darauf hingewiesen werden, dass ein Termin für eine komplexere Behandlung rechtzeitig abzusagen ist, sollte die-ser nicht eingehalten werden können. Ebenso sollte die Höhe einer möglichen Ersatzzahlung angegeben werden. Es wäre wohl sinnvoll, zu dokumentieren, dass diese Informationen gegeben wurden. Den Patienten ist oft nicht bewusst, dass sie mit dem Arzt einen Behandlungsvertrag eingehen, dessen einseitiger Bruch Konsequenzen haben kann.

Wünschenswert wäre, dass es für ganz Österreich geltende Leitlinien gibt, in welchen Rahmen sich eine Pönale für einen unentschuldigt nicht eingehaltenen Termin bewegen kann. Es ist unbefriedigend, wenn hier in verschiedenen Regionen andere Sätze gelten. Wobei die konkrete Höhe sicher von der Art und dem Umfang der Behandlung oder des Eingriffs abhängig ist – trotzdem könnte es einen stärkeren einheitlichen Rahmen geben, in dem sich das bewegt.

In Wien gab es 2008 und 2009 insgesamt nur neun Fälle, wo sich Patienten beklagt haben, dass keine Einigung mit dem Arzt über eine Rechnung für einen versäumten Termin möglich war. In allen Fällen war eine Lösung erreichbar, die für all Beteiligten zufriedenstellend war. Es ist jedenfalls, anders als es momentan von einigen Medien dargestellt wird, kein steigendes oder gar besonders häufiges Problem.

Dass Patienten auf einen Termin übermäßig lange warten müssen, kann durchaus vorkommen. Nur wird es fast unmöglich und auch nicht sinnvoll sein, dem Arzt hier ein schuldhaftes oder absichtliches Verhalten nachzuweisen. Eine Entschuldigung für lange Wartezeiten sollte selbstverständlich sein.

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