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Diabetologie 14. Mai 2013

Süßes Vergessen

Diabetiker erkranken früher an Demenz.

Diabetiker erkranken gut zwei Jahre früher an einer Demenz als Nicht-Diabetiker. Ihre Überlebenszeit nach der Demenzdiagnose ist ebenfalls verkürzt.

Diabetes mellitus ist ein etablierter Risikofaktor für eine Demenzerkrankung. In Bezug auf die vaskuläre Demenz wird der Zusammenhang von mehreren Studien einstimmig hergestellt, in Bezug auf die Alzheimer-Demenz ist die Datenlage weniger einheitlich. Eine bevölkerungsbasierte Studie aus Australien bestätigt nun, dass beide Demenzformen bei Diabetespatienten zu einem früheren Zeitpunkt auftreten. Danach entwickelt sich eine vaskuläre Demenz im Schnitt fast drei Jahre und eine Alzheimer-Demenz gut ein Jahr früher als bei stoffwechselgesunden Personen.

Um herauszufinden, wie Diabetes den Beginn und die Prognose einer Demenz beeinflusst, wurden retrospektiv die Daten von 25.000 Bewohnern Westaustraliens, die zwischen 1990 und 2005 eine Demenzdiagnose erhalten hatten, analysiert. Von den Patienten - zu 40 Prozent Männer und im Mittel 82 Jahre alt - litten 43 Prozent an Morbus Alzheimer und zehn Prozent an einer vaskulären Demenz, bei den übrigen Studienteilnehmern war der Demenztyp nicht spezifiziert.

Mit der Diabetesdauer wächst das Demenzrisiko

Bei 17,3 Prozent aller Patienten bestand vor der Demenzerkrankung ein Diabetes. Von den Patienten, die schon vor dem 75. Lebensjahr eine Demenz entwickelt hatten, war sogar fast jeder vierte diabeteskrank. Insgesamt waren Diabetiker im Durchschnitt 2,2 Jahre jünger, wenn die Demenz festgestellt wurde. Die Assoziation zwischen Diabetes und frühem kognitivem Verlust blieb auch dann erhalten, wenn andere Risikofaktoren für eine Demenz berücksichtigt wurden. Das Risiko korrelierte mit der Dauer des Diabetes und war deutlicher ausgeprägt bei der vaskulären Demenz: Sie trat bei Studienteilnehmern, die seit mindestens 15 Jahren an Diabetes litten, im Mittel 5,7 Jahre früher auf als bei Studienteilnehmern ohne Diabetes.

Knapp drei Viertel der demenzkranken Patienten starben im Beobachtungszeitraum. Bei Diabetikern trat der Tod durchschnittlich 2,6 Jahre früher ein als bei Nicht-Diabetikern. Bei Patienten, die schon in relativ jungen Jahren eine Demenz entwickelt hatten, wurde die Überlebenszeit durch einen Diabetes am stärksten verkürzt. Inwieweit die höhere Mortalität durch einen rascheren geistigen Verfall oder durch andere Begleitumstände bei Diabetes bedingt ist, lässt sich anhand der Daten allerdings nicht entscheiden.

Originalpublikation:

Zilkens RR et al.: Am J Epidemiol 2013; doi: 10.1093/aje/kws387

springermedizin.de, Ärzte Woche 20/2013

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