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Onkologie 14. März 2013

Frauen sterben bald häufiger an Lungen- als an Brustkrebs

Weil mehr Frauen rauchen, könnte der Lungenkrebs in zwei Jahren den Brustkrebs als Todesursache überholen.

Der seit den 1980er-Jahren zu beobachtende Rückgang der Krebsmortalität in Europa wird sich wahrscheinlich auch in diesem Jahr fortsetzen. Bei den Todesfällen durch Lungenkrebs bei Frauen ist jedoch ein weiterer Anstieg zu erwarten. Eine leichte Zunahme der Sterberate wird auch für das Pankreaskarzinom vorhergesagt.

Die Prognose beruht auf Mortalitäts- und Bevölkerungsdaten der WHO aus den Jahren 1970 bis 2010. Wissenschaftler um Dr. Matteo Malvezzi aus Mailand haben die Zahlen extrapoliert und errechnet, dass im Jahr 2013 in den 27 Mitgliedsstaaten der EU 737.747 Männer und 576.489 Frauen an Krebs sterben werden. Das sind absolut zwar etwas mehr Krebstote als im Vergleichsjahr 2009 (718.478 Männer und 563.216 Frauen), doch darin spiegelt sich die zunehmende Alterung der Bevölkerung wider. Die altersadjustierten Sterberaten liegen dagegen unter denen von 2009: bei Männern mit 140,1 pro 100.000 um sechs Prozent niedriger, bei Frauen mit 85,3 pro 100.000 um vier Prozent niedriger.

Lungenkrebs bald auch bei Frauen Killer Nummer eins

Bei Männern werden die meisten Krebstodesfälle unverändert durch Lungenkrebs verursacht (37,2 Todesfälle pro 100.000). Die Sterberate nimmt aber seit den 1980er-Jahren kontinuierlich ab und geht auch gegenüber 2009 noch einmal um sechs Prozent zurück.

Den zweiten und dritten Platz in der Krebsmortalität besetzen Karzinome des Kolorektums (16,7 pro 100.000) und der Prostata (10,5 pro 100.000), ebenfalls mit rückläufigen Sterberaten.

Die führende Krebstodesursache bei Frauen ist derzeit noch der Brustkrebs (14,6 pro 100.000), allerdings mit einem Rückgang um sieben Prozent gegenüber 2009. Einen Anstieg um sieben Prozent hat dagegen der Tod durch Lungenkrebs zu verzeichnen, der mit 13,9 pro 100.000 nur noch knapp hinter dem Brustkrebs bleibt.

„Wenn sich diese Trends so fortsetzen, wird der Lungenkrebs im Jahr 2015 auch bei Frauen die Krebstodesursache Nummer eins sein“, prognostizieren Malvezzi et al. Auf Platz drei der Krebstodstatistik von Frauen stehen kolorektale Karzinome mit 9,5 Todesfällen pro 100.000.

Mehr Todesfälle durch Pankreaskarzinome

Bei beiden Geschlechtern haben Pankreaskarzinome als Todesursache einen leichten Anstieg zu verzeichnen. Mit 8,0 und 5,5 Fällen pro 100.000 sind sie jeweils die am vierthäufigsten zum Tod führende Krebsart. Die Studienautoren vermuten, dass die zunehmende Adipositasprävalenz zu dieser Entwicklung beiträgt.

Weiterhin regressiv ist die Mortalität durch kolorektale Karzinome: 2013 werden EU-weit bei Männern 3,4 Prozent und bei Frauen 5,6 Prozent weniger Todesfälle als vor vier Jahren erwartet. Sowohl therapeutische Fortschritte als auch Screening-Angebote sind nach Einschätzung von Malvezzi et al. für diese Erfolge verantwortlich.

Quelle: Malvezzi M et al.: European cancer mortality predictions for the year 2013. Annals of Oncology 2013; 24: 792–800; doi:10.1093/annonc/mdt010

Nekrotisierende Enterokolitis durch Rauchen in der Schwangerschaft

In die Liste der schädlichen Einflüsse des Rauchens in der Schwangerschaft kann ein neuer Eintrag gemacht werden. Eine Arbeitsgruppe aus Kentucky hat in einer Fall-Kontroll-Studie an 73 Frühgeborenen mit nekrotisierender Enterokolitis und 146 Kontrollen nachgewiesen, dass Rauchen während der Schwangerschaft das Risiko für die Entwicklung dieser Erkrankung bei den frühgeborenen Kindern dieser Frauen signifikant erhöhte. Die genauen Ursachen hierfür sind noch nicht klar. Spekuliert wird über einen Einfluss des Zigarettenrauchs auf die Vaskularisation im Bereich des Darms ( Downard CD et al. Pediatrics 2012; 130: 78–82 ).

springermedizin.de, Ärzte Woche 11/2013

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