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Neurologie 1. Oktober 2010

Analyse: Spinalen Pathologien

Prävalenz von spinalen Pathologien in einer konsekutiven Serie von CTs/MRIs in einem städtischen und ländlichen tansanianischen Krankenhaus – eine retrospektive neuroradiologische vergleichende Analyse: Bisher wurde der Prävalenz von spinalen Pathologien in afrikanischen Ländern südlich der Sahara nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Auf Grund dieser Tatsache wurde das Verteilungsmuster von spinalen Pathologien in zwei verschiedenen Populationen in Tansania untersucht, einerseits im städtischen und halbstädtischen Einzugsgebiet des Aga Khan Hospitals in Dar es Salaam, andererseits im ländlichen Einzugsgebiet des Haydom Lutheran Hospitals in Mbulu im Norden des Landes. Insgesamt wurden im Aga Khan Hospital 1163 Patienten in die Studie eingeschlossen. In 50 Fällen (4,3 %) waren keine radiologischen Endbefunde auffindbar. 150 Patienten (12,9 %) präsentierten sich ohne pathologische Auffälligkeiten. 90,4 % (n = 1051) aller untersuchten Patienten zeigten eine extradural-extramedulläre Veränderung in der Bildgebung. Intradural-extramedulläre Pathologien wurden nur in drei Fällen (0,3 %) diagnostiziert. Intramedulläre Veränderungen ergaben 2,1 % (24 Fälle) aller Pathologien. Das Durchschnittsalter der untersuchten Population war 46,6 Jahre. Die Geschlechterverteilung männlich-weiblich ergab 1,08:1. Am Haydom Lutheran Hospital wurden 105 Patienten in die Studie eingeschlossen. 26 Patienten (24,8 %) zeigten keine pathologischen Auffälligkeiten. Extradural-extramedulläre Läsionen waren in 72,4 % aller Fälle (76 Patienten) zu sehen. Intradural-extramedulläre Pathologien wurden nicht beobachtet. Intramedulläre Läsionen wurden in 2 Fällen (1,9 %) diagnostiziert. Das Durchschnittsalter war mit 39,8 Jahren deutlich jünger, die männlich-weiblich Ratio war mit 1,21:1 geringgradig, aber nicht signifikant höher. Ein weiteres Ziel der Untersuchung war es, die Häufigkeit von Infektionen des Rückenmarks und der knöchernen Wirbelsäule in Tansania zu erheben. Überraschenderweise waren Infektionen im städtischen und halbstädtischen Einzugsgebiet des Aga Khan Hospitals kaum zu finden. Im Gegensatz dazu fanden sich im ländlichen Bereich des Haydom Lutheran Hospitals in fast 30 % aller Fälle Veränderungen in der Bildgebung, die mit Infektionen oder Infestationen des Rückenmarks und/oder knöchernen Wirbelsäule einhergehen.

Herta Zellner, Daniel Maier, Anna Gasser, Magdalena Doppler, Andrea Winkler, Jaffer Dharsee, Erich Schmutzhard, Wiener klinische Wochenschrift 3/2010

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