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Beitrag verschiedener Todesursachen zu bildungsspezifischen Unterschieden in der Mortalität in Österreich

Zahlreiche Studien zeigen eine wesentlich höhere Mortalität unter der sozial benachteiligten Bevölkerung. Diese Arbeit untersucht, welche Todesursachen hauptsächlich für die bildungsspezifischen Differenzen in der Gesamtsterblichkeit in Österreich verantwortlich sind und bei welchen Todesursachen die Ungleichheiten überdurchschnittlich hoch sind. Dazu wurden die Daten der Volkszählung 1991 mit Sterberegisterdaten zusammengeführt. Die Ungleichheiten wurden mit einem auf linearer Regression basierenden Ungleichheitsmaß gemessen. Die größten Beiträge zum bildungsspezifischen Mortalitätsunterschied leisteten bei den Männern die Todesursachen Lungenkrebs (13%), Krankheiten des Verdauungstrakts (13%), koronare Herzkrankheit (12%) und die Kategorie "andere Herzkreislaufkrankheiten" (11%); bei den Frauen trugen mit 58% überwiegend Herzkreislaufkrankheiten wesentlich dazu bei. Betrachtet man die bildungsspezifischen Mortalitätsraten relativ zueinander, dann waren bei den Männern überdurchschnittlich hohe Ungleichheiten bei alkoholassoziierten Krankheiten zu beobachten, gefolgt von Verdauungs- und Atemwegskrankheiten, Magen- und Lungenkrebs, Unfällen und Selbstmorden; bei den Frauen waren es Diabetes, Unfälle, Hirngefäß-, Atemwegs- und koronare Herzerkrankung. Auffällig hoch waren die Ungleichheiten in der Sterblichkeit für alle behandelbaren Krankheiten zusammengenommen, wenn man bedenkt, dass es in Österreich ein umfassendes soziales Gesundheitswesen gibt. Maßnahmen zur Verringerung der Sterberaten unter der sozial benachteiligten Bevölkerung könnten sowohl die durchschnittliche Lebenserwartung erhöhen als auch die generelle Gesundheit der Gesamtbevölkerung deutlich verbessern, insbesondere dann, wenn diese bei den Todesursachen ansetzen, die den größten Beitrag zu den Differenzen leisten.

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