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Neurochirurgie 1. Februar 2007

Schweres Schädelhirntrauma in Österreich II: Epidemiologie der Krankenhausaufnahmen

ZIELE: Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, anhand von Spitalsaufnahmen die Epidemiologie von Patienten mit schwerem Schädelhirntrauma (SHT) darzustellen. PATIENTEN UND METHODEN: Es standen Datensätze von 492 Patienten zur Verfügung, die von 5 österreichischen Zentren in die Studie inkludiert worden waren. Alters- und Geschlechtsverteilung, Ausbildung, Beruf, Unfallort und-mechanismus, Alkoholisierung, Art und Schweregrad des Traumas, Begleitverletzungen, sowie Dauer und Ergebnis der Intensivbehandlung wurden für jedes der beteiligten Zentren evaluiert. ERGEBNISSE: Die Stichprobe repräsentiert ungefähr 13% aller Fälle von schwerem SHT, welche während des Studienzeitraums in österreichischen Spitälern behandeltwurden. Das mittlere Alter betrug 48 ± 21 Jahre, und die Mehrzahl (72%) der Patienten war männlich. Die Unfälle ereigneten sich am häufigsten auf der Straße (50%), zu Hause (44%), in freier Natur (10%) und am Arbeitsplatz (7%). Verkehrsunfall (44%), Sturz (< 3 m; 30%), Fall (> 3 m; 11%) und Sportunfall (5%) waren die häufigsten Ursachen. Unter den Verkehrsunfällen waren Autolenker und -beifahrer am häufigsten (45%) betroffen, gefolgt von Fußgängern (20%), Motorradfahrern (19%) und Radfahrern (16%). Für die meisten der untersuchten Variablen fanden sich signifikante Unterschiede zwischen den Zentren. Das SHT war in 10% mit einer Rückenmarksverletzung und in 38% mit anderen schweren Verletzungen kombiniert. Die Intensivstations-Mortalität betrug 31,7%. Zwischen Unfallmechanismus und Verletzungsschwere oder Behandlungsergebnis fanden sich keine signifikanten Korrelationen. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Epidemiologie des schweren SHT in Österreich ist nicht sehr verschieden von der in anderen Industrieländern. Die häufigste Ursache ist der Verkehrsunfall, was die Bedeutung der Verhütung dieser Unfälle aufzeigt. Die spezifischen Risken Älterer und die Verhütung von Unfällen im häuslichen Bereich verdienen besondere Beachtung.

Annalisa Rosso, Alexandra Brazinova, Ivan Janciak, Ingrid Wilbacher, Martin Rusnak, Walter Mauritz, Wiener klinische Wochenschrift

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