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Leben 6. Juni 2016

„Vollkommen unangemessen“

Transgender kommt in Dänemark von der Liste der Krankheiten. Dänemark wird im kommenden Jahr die offizielle Einstufung von Transgender-Personen als geisteskrank abschaffen. Dies entschied der Gesundheitsausschuss des Parlaments in Kopenhagen.

„Es ist vollkommen unangemessen, es eine Krankheit zu nennen“, sagte der Vizevorsitzende des Ausschusses, Flemming Moller Mortensen. Transgender sind Menschen, deren sexuelle Identität nicht den Geschlechtsmerkmalen entspricht, mit denen sie geboren wurden. Mit dem Schritt, der am 1. Jänner in Kraft treten soll, will Dänemark auch die Weltgesundheitsorganisation WHO zum Umdenken zwingen. Diese stuft Transgender ebenfalls als geisteskrank ein und will erst später in diesem Jahr über eine Änderung beraten. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International begrüßte die dänische Entscheidung. Damit werde das Land zu einem Vorbild für die Rechte von Transgender. In Dänemark gibt es bereits ein Antidiskriminierungsgesetz, das die ungleiche Behandlung von Personen auf Grund ihrer sexuellen Orientierung verbietet. Seit 2014 ist es erlaubt, das eigene Geschlecht zu ändern, ohne eine medizinisches Gutachten einholen zu müssen.

Die Zahl junger Menschen, die sich dem angeborenen Geschlecht nicht zugehörig fühlen und deshalb Hilfe suchen, wächst. Viele Betroffene kommen erst, wenn ihr Körper sich durch die Pubertät verändert. Manche leben dann bereits teilweise in der Rolle der Wunschgeschlechts oder haben sich gedanklich schon Jahre damit beschäftigt.

Die anerkannte Beratungsstelle für gleichgeschlechtliche und Transgender-Lebensweise „Courage“ ist in vier Landeshauptstädten (Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck) vertreten ( www.courage-beratung.at ).

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