zur Navigation zum Inhalt
 
Urologie 23. November 2015

Winnetou unschuldig

Syphilis war schon vor Columbus verbreitet

Die Geschichtsschreibung sagt, dass Columbus die Geschlechtskrankheit von seiner Amerikareise eingeschleppt habe.

Forscher des Departments für Gerichtsmedizin und des Zentrums für Anatomie und Zellbiologie der MedUni Wien haben bei Ausgrabungen in St. Pölten mehrere Fälle von kongenitaler Syphilis bereits im Zeitrahmen zwischen 1320 und 1390 morphologisch, nachgewiesen. Damit ist die bisherige These, dass die Geschlechtskrankheit aus Übersee kommt schwer infrage zu stellen, sagen Studienleiter Karl Großschmidt und Fabian Kanz, in einer Meldung der MedUni Wien. Die kongenitale Syphilis, die durch die Übertragung von der Mutter zum ungeborenen Kind ausgeht, wurde anhand von Veränderungen am Gebiss bei den Skeletten aus dem 14. Jahrhundert entdeckt.

Originalpublikation: „A probable case of congenital syphilis from pre-Columbian Austria.“ Johanna Sophia Gaul, Karl Grossschmidt, Christian Gusenbauer and Fabian Kanz. Journal of Biological and Clinical Anthropology, November 2015. DOI: 10.1127/anthranz/2015/0504

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben