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Schmerz 20. Mai 2008

Schmerzen am Zeller See

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Jeder dritte Arztkontakt in Mitteleuropa erfolgt aufgrund von Schmerzen. Schmerzerkrankungen zählen auch in Österreich zu den vorrangigsten gesundheitspolitischen Themen. Epidemiologischen Untersuchungen zufolge besteht bei 21 Prozent aller Österreicher eine chronische Schmerzproblematik. Gute Gründe, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen – eine treffliche Gelegenheit bietet sich Ende Mai in Zell am See.

Chronische Schmerzsyndrome sind die führenden Gründe für Krankenstände und vorzeitige Berufsunfähigkeit. Fakten wie diese implizieren nicht nur die Relevanz akutmedizinischer und therapeutischer Interventionsmaßnahmen in der Schmerzbehandlung, sondern auch die Bedeutung rehabilitativer Ansätze in der Schmerzmedizin. Die Österreichische Schmerzgesellschaft (ÖSG) widmet sich daher dem Thema Schmerz und Rehabilitation schwerpunktmäßig in ihrer diesjährigen Jahrestagung, die von 29. bis 31. Mai 2008 in Zell am See stattfindet.
Die moderne Schmerzmedizin ist in ihren Grundsätzen dem bio-psycho-sozialen Gesundheits- und Krankheitsmodell verpflichtet. Nie zuvor war die Palette schmerztherapeutischer Interventionen so groß wie heute. Angesichts der Vielschichtigkeit unterschiedlichster Schmerzsyndrome soll die Vielfältigkeit schmerzmedizinischer Angebote auch gewährleistet bleiben. Entscheidend für die Etablierung neuer Ansätze ist die Effektivitätsbeurteilung vor dem Hintergrund der evidenzbasierten Medizin. Wie alle medizinischen Leistungsbereiche stehen somit auch die Rehabilitation und die Kurmedizin im Spannungsfeld zwischen Qualitätssicherung und Gesundheitsökonomie. Ein weiteres Anliegen der diesjährigen Jahrestagung ist es, neben aktuellen Trends im Bereich schulmedizinisch begründeter Behandlungsbausteine auch komplementärmedizinische Verfahren in der Schmerztherapie zur Diskussion zu stellen.
Die ausgewählten Artikel, die im Fokus Schmerz der Ärzte Woche, Ausgabe 24 (erscheint am 12.6. 2008) veröffentlicht werden, sollen einen Einblick in die Vielfältigkeit der Themen geben, die bei der ÖSG-Jahrestagung behandelt werden. Wie bereits in den letzten Jahren ist die Österreichische Schmerzgesellschaft bemüht, durch transparente Darstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse und kritischer Diskussionspunkte den interdisziplinären Dialog aller Fachbereiche, die in die Versorgung Schmerzkranker eingebunden sind, zu fördern. Mögen die Vorträge und deren Publikation dazu dienen, die interdisziplinäre Schmerztherapie in Österreich weiter zu beleben und zu fördern!

Prof. Dr. Michael Bach ist Leiter der Abteilung für Psychiatrie des LKH Steyr und ist am Department für Psychosomatik Enns tätig. Darüber hinaus fungiert er derzeit als Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft.

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