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Schmerz 13. Juni 2008

Editorial

Schmerzen im Team behandeln, am besten noch bevor sie auftreten.

Einen besonderen Präventionstipp der finanziellen Art gab einst der Moderator und Journalist Josef „Joki“ Kirschner: „Geld ist unwichtig, man muss nur rechtzeitig darauf schauen, dass man`s hat, wenn man`s braucht“. Kurz, Vorsorge heißt, an die Not zu denken, bevor sie eintritt. Ein Gedanke, der nun verstärkt in der Schmerzbetreuung Einzug hält, schließlich kann auch der Schmerz behandelt werden, bevor er überhaupt eintritt. Die Möglichkeiten hierfür sind vielfältig wie niemals zuvor, dies gilt nicht nur für das pharmakologische Arsenal sondern auch für die Applikationsformen. So gewinnen aufgrund technischer Fortschritte implantologische Verfahren zunehmend an Attraktivität. Ebenso wie die neuen Stimulatoren (sie wirken mittels regulierender Impulse einer entgleisten Reizleitung entgegen), die dank wiederaufladbarer Batterien eine wesentlich längere Lebensdauer haben.
Im Sinne der präventiven Schmerzbehandlung etabliert sich zusehends ein verbessertes klinisches Schmerzmanagement, das nicht erst nach der Operation beginnt, sondern schon davor und währenddessen. Letztlich wissen wir ja, dass die Schmerzen auftreten werden. Warum also erst mit deren Behandlung zuwarten, bis sie erscheinen? Dabei setzen die Experten schon im Krankenhaus auf eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, die sich im extramuralen Bereich fortsetzen soll. Um dies zu gewährleisten, bietet die Österreichische Schmerzgesellschaft (ÖSG) das neue Diplom „Spezielle Schmerztherapie“ an, denn eine interdisziplinäre Zusammenarbeit verläuft nur dann reibungslos, wenn sie auch koordiniert wird. Bei der ÖSG hofft man nun, dass der bimodulare Diplomlehrgang gut ankommt, damit Österreich flächendeckend mit Schmerzexperten versorgt werden kann. Schließlich sollte man rechtzeitig darauf schauen, dass man`s hat, wenn man`s braucht.

Raoul Mazhar, Ärzte Woche

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