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Orthopädie 28. November 2007

Leitliniengerecht

Nach Atemwegsproblemen sind Rückenschmerzen die zweithäufigste Ursache für Arztbesuche beim Allgemeinmediziner: 60 bis 80 Prozent der Bevölkerung sind zumindest einmal im Leben davon betroffen. Ein Workshop bei der Sportärztewoche in Zell am See gibt Aufschluss über das leitliniengerechte Management des unspezifischen Kreuzschmerzes.

Die modernen Behandlungskonzepte zum Management des unspezifischen chronischen Kreuzschmerzes zielen neben der Schmerzreduktion vor allem auf den Erhalt der Funktionen im täglichen Leben ab. Der Ansatz ist grundsätzlich multidisziplinär, unter Einbindung sowohl medizinischer als auch sozialer und psychologischer Aspekte.
Zu Anfang dieses Jahres wurden unter dem Vorsitz von Doz. Dr. Martin Friedrich, Abteilung für orthopädische Schmerztherapie, Orthopädisches Spital Speising, und Doz. Dr. Rudolf Likar, Präsident der österreichischen Schmerzgesellschaft, Leiter des Zentrums für interdisziplinäre Schmerzambulanz und Palliativmedizin im LKH Klagenfurt, Leitlinien für das Management des unspezifischen Kreuzschmerzes erarbeitet (die Ärzte Woche berichtete).
Als Grundlage dienten die europäischen Leitlinien, die Ergebnisse des European Bone & Joint Health Strategies Project und die Empfehlungen des Deutschen Instruments zur methodischen Leitlinienbewertung. Die Diagnostik beruht besonders auf der Abgrenzung des unspezifischen vom spezifischen Kreuzschmerz und der Unterscheidung des akuten vom chronischen Stadium. Einen Grundstein dazu bilden eine exakte Anamnese und eine orientierende klinische Untersuchung. Anhand davon muss sichergestellt werden, dass die Kreuzschmerzen muskuloskelettalen Ursprungs sind, das heißt auch Pathologien außerhalb der Wirbelsäule ausschließen.
Information und adäquate Pharmakotherapie zur Schmerzkontrolle sind Domänen der Therapie des akuten Kreuzschmerz. Beim chronischen ist neben der Schmerzmedikation ein interdisziplinäres Vorgehen mit bestimmten physikalischen Behandlungen, allen voran Physiotherapie, und psychologischen Maßnahmen angezeigt, welche die sozialen Gegebenheiten mit einbeziehen.
Im Rahmen der Sportärztewoche in Zell am See gibt Friedrich bei einem Workshop am Donnerstag, den 6. Dezember, Aufschluss über die Leitlinien und deren Umsetzung in der Praxis.

Die gesamten Leitlinien wurden in der Wiener Klinischen Wochenschrift 2007; 119:189-197 veröffentlicht.

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