zur Navigation zum Inhalt
 
Schmerz 8. November 2007

Überdosis verschlimmert Schmerzen

Das Rauchen großer Mengen Haschisch aus medizinischen Gründen kann die Schmerzen noch verstärken anstatt sie zu verringern. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Cancer Symptom Control Program der University of California gekommen. Die schmerzstillenden Eigenschaften von Haschisch wurden lange Zeit gelobt. Einige Länder haben den Zugang für einen medizinischen Einsatz freigegeben. Laut den in Anesthesiology (November 2007, 107(5):785-796) veröffentlichten Forschungsergebnissen ist jedoch die Menge entscheidend.
Es zeigte sich, dass ein gemäßigter Konsum die besten Ergebnisse erzielte. Große Mengen verschlimmerten die Schmerzen der Studienteilnehmer.
Die Wissenschaftler setzten 15 Freiwillige ein, denen als Schmerzreiz Capsaicin subkutan injiziert wurde. Anschließend rauchten die Teilnehmer Placebo oder Haschisch in niedrigen, mittleren und hohen Dosen, wobei die Stärke der Dosierung über den Tetrahydrocannabinol-Gehalt des Rauches bestimmt wurde. Fünf Minuten nach der Inhalation gaben die Probanden auf der 100 Punkte umfassenden Schmerzskala, egal welche Dosierung sie erhalten hatten, noch keine Auswirkung auf die Schmerzempfindung an. Nach 45 Minuten berichteten jene Teilnehmer, die eine moderate Menge geraucht hatten, an, dass sich ihre Schmerzen deutlich verringert hätten. Die Schmerzlinderung betrug im Vergleich zur Placebogruppe signifikante 6 Punkte auf der angewendeten 100-Punkte-Skala. Bei jenen, die eine große Menge geraucht hatten, verschlimmerte sich der Schmerz im Vergleich zu Placebo um acht Punkte, während die niedrige Dosis keinen Effekt zeigte. Der leitende Wissenschaftler Prof. Dr. Mark Wallace vermutet, dass diese Forschungsergebnisse Auswirkungen darauf haben könnten, in welcher Darreichungsform Haschisch für medizinische Zwecke dosiert werden kann.

PT

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben