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Orthopädie 4. Juli 2007

Rheumatischer Schmerz

die Behandlung des Schmerzes ist eine der wesentlichsten Aufgaben jedes klinisch tätigen Arztes, um die Lebensqualität des Patienten zu verbessern und Sekundärkomplikationen zu vermeiden. Es muss jedoch unterschieden werden zwischen Tumorschmerzen oder chronischen Nicht-Tumor-Schmerzen. Ebenso muss zwischen akuten und rezidivierenden chronischen Schmerzen unterschieden werden. Primäre Aufgabe des behandelnden Arztes ist es, entsprechend der Diagnose und damit der kausalen Ursache des Schmerzes die Therapie zu optimieren. Wegen der Chronizität rheumatischer Erkrankungen ist unser Augenmerk besonders auf diese Form der Schmerzbehandlung gerichtet.
Rheumatische Schmerzen sollen jedoch nicht über einen Leisten geschlagen werden. Auch hier müssen wir uns genau überlegen, welche Ursache ihnen zugrunde liegt: Sind es chronisch oder akut auftretende Beschwerden bei einer Osteoporose? Sind es Schmerzen bei Arthrosen oder sind solche im Rahmen entzündlicher rheumatischer Erkrankungen? All diese Krankheitsbilder bedingen eine interindividuelle Behandlung.
Glücklicherweise steht uns eine breite Palette von Therapeutika zur Verfügung, beginnend mit den Opioiden, die seit langem in der Behandlung von Tumorschmerzen etabliert sind. Sie haben entsprechend dem WHO-Stufenschema jedoch einen ande-ren Stellenwert bei rheumatischen Erkrankungen. Bei allen Behandlungsformen sollte eine hohe Lebensqualität das Therapieziel sein und gleichzeitig die hohe Wirksamkeit und gute Verträglichkeit des Präparates.
Es muss auch darauf hingewiesen werden, dass NSAR ein ganz anderes Interaktionspotenzial aufweisen als z.B. Opioide. Schließlich darf nicht vergessen werden, dass nicht medikamentöse Therapiemaßnahmen ebenfalls schon zu Schmerzlinde-rungen führen können, die besonders bei weiteren rheumatischen Beschwerdebildern indiziert sind. Sie sehen, der gezielte Einsatz der Schmerztherapie bedingt zuerst eine genaue Kenntnis der rheumatischen Erkrankungen, um dadurch einen in-terindividuellen Ansatz zu treffen.
Damit sind wir schon mitten in der Rheumatologie, und ich möchte bei dieser Gelegenheit gleich darauf hinweisen, dass die Österreichische Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation seit Januar 2007 mit Universitätsprofessor Dr. Winfried Graninger, Leiter der Klinischen Abteilung für Rheumatologie an der Universität Graz, einen neuen Präsidenten hat, der durch sein weites Wissensgebiet und seine bekannten didaktischen Fähigkeiten die Kenntnis rheumatischer Erkrankungen zielstrebig vorantreiben wird.

Mit herzlichen kollegialen Grüßen
Ihr A. Dunky

Doz. Dr. Attila Dunky, rheuma plus 2/2007

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