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Schmerz 10. Mai 2007

Schmerzmedizin im Internet

Die Websites der internationalen und deutschsprachigen Fachgesellschaften für Schmerzmedizin sind fundierte Ausgangspunkte für Recherchen zu diesem Wissensbereich. Des Weiteren werden im Folgenden Internetauftritte von Fachjournalen vorgestellt sowie Seiten, die allgemeine Informationen aus der Algesiologie enthalten.

Das Gute am World Wide Web ist: Es bietet fast unbegrenzte Möglichkeiten, sich sowohl umfassend als auch detailliert zu einem Thema zu informieren. Das Schlechte am weltweiten Netz ist: Es ist auch leicht möglich, sich auf dem Weg zur gesuchten Information in der Überfülle an Daten und Fakten zu „verirren“ oder so mancher Fehlinformation aufzusitzen. Die folgende kleine Auswahl an „Schmerzmedizin“-Links ist deshalb als eine Art Wegweiser bei virtuellen Forschungsreisen zum Thema Algesiologie zu verstehen und erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Internationale Fachgesellschaften online

Garanten für hohe Informationsqualität sind zunächst einmal die Internet-Angebote der nationalen und internationalen Fachgesellschaften für Schmerzmedizin. Die 1973 gegründete IASP, die International Association for the Study of Pain® mit Hauptsitz in Seattle, Washington, USA, versteht sich laut Selbstdarstellung auf ihrer Website www.iasp-pain.org als „führendes professionelles Forum für Wissenschaft, Praxis und Ausbildung zum Thema Schmerzdiagnose und -therapie“. Die IASP hat 6.900 Mitglieder in 106 Ländern weltweit und hält alle drei Jahre den World Congress on Pain® ab. Der nächste findet von 17. bis 22. August 2008 in Glasgow statt. Weitere Informationen zu diesem und anderen Meetings der IASP finden sich auf der Website. Über die Rubrik „Chapters“ sind die nationalen Teilorganisationen abrufbar, von Albanien bis Venezuela. Österreich ist durch die „Österreichische Schmerzgesellschaft“ vertreten. Die 29 in der IASP vertretenen Länderorganisationen sind auch in der European Federation of IASP Chapters (EFIC) mit Sitz in Brüssel organisiert, die im World Wide Web unter der Adresse www.efic.org ihre Aktivitäten vorstellt.

Nationale Vereinigungen

Die Website der 1990 gegründeten „Österreichischen Schmerzgesellschaft“ (ÖSG), die rund 600 Mitglieder hat, ist unter www.oesg.at zugänglich. In der Rubrik „Veranstaltungen“ werden nationale und internationale Meetings und Kurse zum Thema „Schmerztherapie“ angeführt, und es wird über die Struktur der ÖSG informiert. Links und Infos zum Thema „Schmerztherapie“ finden sich selbstverständlich auch auf den Websites anderer Fachgesellschaften. Zum Beispiel bei der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin, auf deren Page www.oegari.at auch die „ARGE Schmerz“ über ihre Aktivitäten informiert, oder bei der Österreichischen Palliativgesellschaft, www.palliativ.at.
Auf der Website der „Schweizerischen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes“ (SGSS), www.pain.ch, werden unter anderem ein Fragebogen zur Schmerzanamnese, die SGSS-Empfehlungen zur Opioidtherapie chronischer Schmerzen sowie Kurz-Infos über wichtige Schmerzzustände, ihre Differenzialdiagnose und Therapie angeboten – von akuten Schmerzen über Morbus Sudeck bis hin zu Tumorschmerzen.
Die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) bietet unter www.stk-ev.de unter anderem einen Überblick über DGS-Schmerzzentren in ganz Deutschland. Die Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS) ist mit derzeit 2.854 Mitgliedern nach eigenen Angaben „die größte wissenschaftliche Schmerzgesellschaft in Europa“. Der Internetauftritt enthält unter www.dgss.org etliche nationale und internationale Links sowie einen fachspezifischen Kongresskalender. Die Gesellschaft richtet den jährlich stattfindenden deutschen Schmerzkongress aus und vergibt einen Förderpreis für Schmerzforschung. 2006 erhielt den mit 7.000 Euro dotierten ersten Preis der Kategorie Grundlagenforschung ein Forscherteam um Prof. Dr. Jürgen Sandkühler von der Abteilung für Neurophysiologie der Medizinischen Universität Wien. Sandkühler beschreibt seine Forschungen, wie auch schwache Schmerzreize im Rückenmark die Empfindlichkeit von Nervenzellen auf Dauer erhöhen, in diesem FOKUS auf der Seite 40.
Über die Homepage der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, www.dmkg.de, können Therapieleitlinien für Migräneattacken und -prophylaxe abgerufen werden. Die Deutsche Gesellschaft für Psychologische Schmerztherapie und -forschung (DGPSF) informiert auf der Website www.dgpsf.de unter anderem über Weiterbildungsangebote. Die drei zuletzt genannten deutschen Fachgesellschaften zählen auch zu den insgesamt 17 Mitgliedsorganisationen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Schmerztherapie (DIVS) e.V., www.divs.info.

Fachjournale

Zu den bekannten Fachzeitschriften aus dem Bereich der Schmerzmedizin zählt das von der IASP herausgegebene Magazin „Pain“, das über Publications auf www.iasp-pain.org aufgerufen werden kann. Das „European Journal of Pain“ der EFIC ist unter der Adresse www.EuropeanJournalPain.com im Web präsent. „Der Schmerz“, das Publikationsorgan der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V., erscheint im Springer-Verlag und kann unter www.springerlink.com/content/101180/ abgefragt werden, wo auch eine kostenlose Probenummer verfügbar ist.
Sechs kostenfreie Journale zum Thema können mit dem englischen Stichwort „pain“ im Directory of Open Access Journals, www.doaj.org, der schwedischen Universität Lund aufgerufen werden. Unter www.stk-ev.de ist über den entsprechenden Link zudem die DGS-Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie kostenlos verfügbar. Einen umfassenden Überblick über das Angebot an wissenschaftlichen Zeitschriften zu den Bereichen „Schmerz“ oder „pain“ gibt der Elektronische Zeitschriftenkatalog der Universitätsbibliotheken. Er kann unter anderem bei der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien, ub.meduniwien.ac.at, über den Link e-Journals abgefragt werden.

 

Weitere Webinfos zum „Schmerz“

Die Webadresse www.meduniwien.ac.at/ismed stellt den ersten europäischen postgraduellen Universitätslehrgang „Interdisziplinäre Schmerzmedizin“ (ismed) vor, der ab Herbst 2007 zum Lehrprogramm der Medizinischen Universität Wien gehören wird. Das Studienangebot ist berufsbegleitend auf zwei Jahre angelegt und richtet sich an alle Mediziner mit praktischer Berufserfahrung und bereits absolvierten Fortbildungen in der Schmerztherapie.
www.schmerzinformation.org, ist die Seite der „Österreichischen Arbeitsgemeinschaft zur Schmerzbekämpfung – Schmerzforschungszentrum ,CONTRA DOLOREM, einer Organisation, die laut Selbstdarstellung im Web gemeinnützig sowie nicht gewinnorientiert ist und die von zahlreichen Prominenten aus Politik, Wissenschaft und Medien unterstützt wird. Der Verein will unter anderem die Früherkennung von chronischen Schmerzen fördern und informiert beispielsweise über verschiedenste Formen der Schmerztherapie.
Die Website „Schmerznetz Österreich“, www.schmerznetz.at, wird von der „Österreichischen Schmerzgesellschaft“ herausgegeben und steht allen Fachkreisen kostenlos zur Verfügung. Das Themenspektrum umfasst „Schmerzbereiche“ und „Indikationen“ sowie eine Liste, in der Wirksubstanzen von Schmerztherapeutika mit Strukturformeln und weiteren Angaben erfasst sind. Nicht zuletzt findet sich hier eine übersichtliche Auflistung von Schmerzambulanzen in österreichischen Krankenhäusern und Universitätskliniken sowie von privaten Schmerzinstituten, Therapeuten und Selbsthilfegruppen.

Mag. Dietmar Schobel, Ärzte Woche

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