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© Langbein

Tatter-Schacht in Aktion: „Kann Menschen nur mit meinem Körper und meinen Händen beeinflussen.“& Partner / Servus TV

 
Komplementärmedizin 11. Juli 2016

Eine(r) wird’s schon richten

TV-Reportage über die Renaissance einer uralten Technik: „Was uns berührt – Die Heilkraft der Hände“.

Was kann Osteopathie wirklich? Wo liegen die Grenzen der manuellen Medizin? Diesen Fragen geht Filmemacher Kurt Langbein in seiner Reportage nach. Eine Antwort: Auf dem Röntgenbild sieht man nicht alles, was dem Körper fehlt.

„Wir wollen den gesamten Körper fassen, und da muss ich auch neugierig auf diesen Körper sein und auch neugierig darauf , was kann ich jetzt finden.“ Das sagt der Allgemeinmediziner Dr. Erich Johannes Mayer-Fally am Beginn der Osteopathie-Reportage von Kurt Langbein. Der Regisseur stellt die Fragen: Was passiert bei gezielter Berührung? Und warum besinnen sich immer mehr Ärzte und Therapeuten auf die Heilkraft der Hände? Sind diese Methoden wirklich so sanft? Wo liegen die Grenzen manueller Therapie?

Bei dem Wort „behandeln“ denkt kaum noch jemand an dessen Wurzeln, die therapeutische Nutzung der Hände. Aber wie ist das bei komplexen Beschwerden?

Der Wissenschaftsjournalist sucht aufgrund einer Schulterluxation nach einer wirksamen Behandlung gegen die Folgeschmerzen. „Es tut eigentlich permanent weh.“ Er findet Dr. Günter Malek und dessen geschulte Hände. „Die Hände bieten neben der apparativen Untersuchung, wie zum Beispiel Röntgenaufnahmen, eine ganz andere Möglichkeit, Körperfunktionen zu erfassen und zu begreifen auch. Im wahrsten Sinne des Wortes. Man kann mit Röntgen zwar sehen, ob ein Knochen verändert ist, aber wie ein Wirbel oder ein Gelenk funktioniert, welche Einschränkungen es da gibt, wie die Muskulatur ist, ob die auf den beiden Seiten gleich gespannt ist oder ob die dysbalant ist, das kann man eigentlich nur mit der Hand machen.“

Um Verspannungen zu lösen, verwenden überall auf der Welt Heilkundige die Hände, sagt die Sprecherin aus dem Off. Bei uns sei dieses Wissen fast verloren.

Schade eigentlich, denn auch Babymassage ist eine Tradition, die es sehr lange gibt. Und, sagt Langbein, wenn Menschen von Medizin-Technik umgeben sind, sei es wichtig, dass sie auch berührt werden.

Ein Hauch von Wunderheilung umweht die Sequenz über den Salzburger Manualtherapeuten Mohammed Khalifa, der Muskel- und Gelenkverletzungen ohne Operation heilt, nur mit seinen Händen, durch Druck auf die Haut. Zu sehen ist Günter Obertanner, dessen linkes Kreuzband beim Skifahren „einen Schnalzer“ gemacht hat. Nach einer einstündigen intensiven Behandlung hüpft er auf dem verletzten Bein hin und her. „Das Problem ist nicht das Kreuzband“, sagt Khalifa. „Der Stoffwechsel ist vorher gestoppt. Und nachher passiert die Verletzung.“

Unterm Strich bleibt auch diese Erkenntnis: Osteopathie kann für den Anwender eine erfüllende Tätigkeit sein, zumindest für Sabella Tatter-Schacht, die sich auf Tuina-Massage spezialisiert hat: „Man kann Schmerz und Spannungen aus dem Körper des Patienten herausarbeiten.“

Ihre Patientin Susanne Rössler leidet seit Jahren unter Nackenverspannungen und Niedergeschlagenheit. Auch die Arbeit als Verlagsangestellte kostet sie immer mehr Überwindung. „Ich habe schon registriert, dass es mir immer schlechter geht. Ich habe nicht gewusst, was, ich habe eigentlich auch keine Zeit gehabt. Ich habe mir gedacht, es wird schon von alleine wieder besser, weil man sich das gerne einbildet.“

„Was uns berührt – die Heilkraft der Hände“ wird am 28. Juli um 21.15 Uhr auf Servus TV gezeigt.

Trailer:bit.ly/29gKgBx

Martin Burger, Ärzte Woche 28/2016

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