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© EXPA/ Peter Rinderer
Kopfverband und Gesichtsmaske waren die Markenzeichen von Franz Schiemer.
 
Sportmedizin 31. August 2015

Commotio am Platz

Der Kopf des Gegners ist oft härter.

Fußballer erleiden auffällig oft Gehirnerschütterungen. Das hat eine US-Studie ergeben. Der Ball hat damit nur indirekt zu tun.

Die Köpfe junger Fußballer sind Commotio-gefährdet – aber nicht, weil das Spielgerät so gefährlich wäre. Vielmehr ist der Kopf-zu-Kopf-Kontakt der Hauptauslöser von Gehirnerschütterungen, wie Forscher aus Colorado ermittelt haben. Sie zählten auf Fußballplätzen amerikanischer Highschools 4,50 Gehirnerschütterungen von Fußballerinnen pro 10.000 Einsätzen. Bei den Burschen waren es 2,78.

Bei den Buben gingen fast 70 Prozent und bei Mädchen über 50 Prozent der Verletzungen auf Kontakte mit dem Gegenspieler bzw. der Gegenspielerin zurück. Ein Kopfballduell war dabei zwar als häufigste Einzelursache im Spiel. Doch selbst hier löste nicht der Ball, sondern der gegnerische Körper die Mehrheit der Gehirnerschütterungen aus (78 % bzw. 62 %).

Beispiel aus der österreichischen Bundesliga: Franz Schiemer, der 2013 im Alter von 28 Jahren seine Karriere beenden musste. Rekordverdächtig sind seine 15 Kopf- und Gesichtsverletzungen. Mehrmals hatte er Spiele mit blutigen Verbänden beenden müssen.

MMW-Fortschritte der Medizin, Ärzte Woche 36/2015

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