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Rheuma: Mit und ohne Armreif gleich schmerzhaft.
 
Innere Medizin 15. November 2013

Armbänder sind wirkungslos

Der Vertrieb von Magnet- und Kupferarmreifen gegen rheumatische Beschwerden lohnt sich für die Hersteller, nicht für die Patienten. In einer randomisierten Studie waren die Armbänder nicht wirksamer als Placebo.

Die Idee, arthritischen Beschwerden durch das Tragen von Magneten zu lindern, ist mehr als 2.000 Jahre alt. Im 18. Jahrhundert gewann sie durch Anton Mesmer neue Anziehungskraft. Auch heute noch werden mit magnetisierten Armreifen, Einlegesohlen und Kniebandagen gute Geschäfte gemacht. Nicht ganz so alt ist der Einsatz von Kupfer gegen rheumatoide Arthritis: 1830 weckte die Entdeckung von Kupfer im Blut den Glauben, Kupfermangel würde Rheuma auslösen. Auch wenn dies heute nicht mehr so gesehen wird, finden Armbänder und andere Utensilien aus Kupfer noch immer großen Absatz. Für britische Ärzte war dies jetzt Anlass, den Nutzen von Magnet- und Kupferarmbändern bei rheumatoider Arthritis (RA) auf den wissenschaftlichen Prüfstand zu stellen.

In einer randomisierten Studie haben sie 70 Patienten mit schmerzhafter RA jeweils fünf Wochen lang eines von vier Armbändern tragen lassen: ein übliches und ein abgeschwächtes Magnetarmband (1502 bis 2365 bzw. 250 bis 350 Gauss) sowie ein entmagnetisiertes (<20 Gauss) und ein Kupferarmband. Nach fünf Wochen wurden die Patienten detailliert zu ihren Beschwerden befragt. 65 Patienten schlossen alle vier Phasen ab, von den übrigen lagen nur Teilinformationen vor.

Ein reiner Placeboeffekt 

Das Ergebnis ist schnell zusammengefasst: In keinem der untersuchten Endpunkte – Schmerz, Entzündung, Funktionsstatus, Krankheitsaktivität oder Gebrauch von krankheitsmodifizierenden Medikamenten und NSAR – ließ sich zwischen den vier Gruppen ein statistisch signifikanter Unterschied feststellen.

Die Schmerzstärke gemäß visueller Analogskala, der primäre Studienendpunkt, war mit dem Standard-Magnetarmreifen zwar zumindest nummerisch geringer als mit dem entmagnetisierten oder dem Kupferarmreifen (48,2 vs. 53,4 vs. 53,0). Berücksichtigt man aber das 95%-Konfidenzintervall, dann kann das Tragen des Magnetreifs die Schmerzstärke auf einer 100-mm-Skala sowohl um bis zu 12 mm vermindert wie auch um bis zu 5 mm vergrößert haben.

Die Möglichkeit, dass die Armbänder weniger systemisch als lokal wirken, konnten die britischen Ärzte ebenfalls ausschließen. Bei den meisten Patienten waren die Handgelenke betroffen und auch die Berücksichtigung dieser Variable änderte nichts am Gesamtergebnis.

Als Nebenwirkungen wurden vor allem Hautirritationen berichtet, insbesondere unter dem Kupferarmband, aber auch mit den magnetisierten Armbändern.

Die Studienautoren lassen entsprechend wenig Gutes an den getesteten Methoden: „Die therapeutischen Effekte von Magnet- und Kupferarmreifen können als weitgehend oder vollständig identisch mit denen von Placebo erachtet werden.“

Richmond JS et al.: PLoS One 2013; 8 (9): e71529

springermedizin.de/CL, Ärzte Woche 46/2013

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