zur Navigation zum Inhalt
 

Osteopathie: weniger Schmerz, aber nicht beweglicher

Chronische Schmerzen im unteren Rücken sprechen offenbar auf eine manuelle Behandlung gut an. Funktionelle Verbesserungen darf man aber nicht erwarten. 

Zur Frage, ob die osteopathische Manipulation bei nichtspezifischem chronischem Kreuzschmerz effektiv ist, gibt es unterschiedliche Meinungen. Zwar wird in den US-amerikanischen Leitlinien die Osteopathie (OMT) als Behandlungsoption in Erwägung gezogen, in einem Cochrane-Review schnitt die Methode jedoch nicht besser ab als eine Sham-Behandlung.

     

Ganz anders beurteilen texanische Wissenschaftler das alternative Therapieverfahren: Sie attestieren der Osteopathie aufgrund der Ergebnisse ihrer randomisierten, doppelblinden, Sham-kontrollierten Studie eine eindeutig schmerzlindernde Wirkung, wobei der Therapieeffekt gemäß den Kriterien der Cochrane Back Review Group mindestens als mittel eingestuft werden konnte. Die ebenfalls geprüfte Ultraschalltherapie (UST) hingegen enttäuschte ( Licciardone JC et al.: Ann Fam Med 2013 ).

Bei 455 Patienten mit chronischen nichtspezifischen Kreuzschmerzen wurde die Effektivität der beiden Methoden (OMT plus UST) im Vergleich zur jeweiligen Sham-Behandlung überprüft. Während acht Wochen mussten sich die Probanden sechs Behandlungen unterziehen und wurden entweder mit OMT + UST, OMT + Sham-UST, Sham-OMT + UST oder Sham-OMT + Sham-UST behandelt.

Nach zwölf Wochen waren die OMT-Patienten im Vergleich zu ihren Sham-OMT-Kollegen deutlich im Vorteil: Nach der OMT war die Kreuzschmerzintensität stärker gesunken. Die Schmerzsymptomatik hatte sich bei 63% der OMT-Gruppe um mehr als 30% gebessert und bei 46% der Sham-Gruppe. Über eine Schmerzlinderung um mehr als 50 Prozent konnte sich die Hälfte der OMT-Patienten freuen, aber nur ein Drittel der Sham-Behandelten.

Die effektivere Schmerzlinderung spiegelte sich auch in einem geringeren Schmerzmittelverbrauch und in einer größeren Zufriedenheit der OMT-Patienten. Die Ultraschallbehandlung hingegen blieb in jeder Hinsicht ohne Effekt und hatte keine statistische Bedeutung für die Wirksamkeit der Osteopathie.

Doch auch wenn die osteopathische Manipulation den Schmerz genommen hat, die funktionelle Einschränkung verbesserte sich dadurch nicht. Zwar waren etwas mehr Patienten nach OMT wieder arbeitsfähig als nach der Sham-Intervention, allerdings war der Unterschied ohne statistische Signifikanz.

springermedizin.de, Ärzte Woche 17/2013

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben