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© Afshin Gangi, Strasbourg (2)
Schmerzhafte lytische Rippen- Metastase.

Zementoplastie einer Rippe. Hervorragende Schmerzlinderung

 
Radiologie 22. April 2013

Radiologie kann Schmerzen lindern

Die interventionelle Radiologie bietet ein breites Spektrum an palliativen Möglichkeiten.

Zur Schmerzlinderung existiert eine Vielzahl an radiologisch gestützten Möglichkeiten.

„Einerseits sind hier durch Bildgebung kontrollierte Schmerzblockaden zu nennen, wie Wirbelsäuleninfiltrationen und Zementinstillationen in von Tumoren befallenen Knochenanteilen, sowie Infiltrationen von Nervengeflechten im Bauchraum bei fortgeschrittenen Tumoren“, berichtet Prof. Dr. Klaus Hausegger, Vorstand am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Klinikums Klagenfurt am Wörthersee. „Weiters zählt das Ableiten von Körperflüssigkeiten, die wegen eines Tumorleidens nicht mehr über den natürlichen Weg abgeleitet werden können, zu den palliativen Maßnahmen der interventionellen Radiologie. Hier seien die Gallengangsdrainage und die Nierenfistelung beispielhaft erwähnt.“

Wenn zum Beispiel durch einen Tumor die Speiseröhre für Nahrung nicht mehr durchgängig ist, kann eine innere Schienung (Stent) die Nahrungsmittelpassage wieder herstellen, auch hier wird der Eingriff durch radiologische Methoden gestützt.

Verschiedenste Tumoren können im fortgeschrittenen Stadium zu Blutungen führen, die durch den Verschluss der zuführenden Blutgefäße gestoppt werden können. Durch diese Embolisation wird zumeist das Tumorwachstum nicht beeinflusst, jedoch kann dadurch ein Verbluten des Patienten verhindert werden.

Schmerzlinderung durch Zement

Der größte unmittelbare Effekt kann durch Maßnahmen erzielt werden, die zu einer direkten Schmerzlinderung führen. Ein Beispiel hierfür ist die Zementoplastie, bei der Knochenareale, die durch einen Tumor bzw. Knochenmetastasen zerstört wurden, unter Bildgebungskontrolle mit Knochenzement aufgefüllt werden.

Der Knochenzement wird dabei über eine relativ dicke Nadel, mit welcher der Herd punktiert wird, eingebracht. Der Knochenzement führt zu einer Stabilisierung des zerstörten Knochenareals und dadurch zu einer Schmerzlinderung (siehe Fotos). Darüber hinaus erhitzt sich der Zement beim Aushärten auf etwa 70 Grad, wodurch es zum Abtöten der regionären Nervenfasern kommt, was ebenfalls zur Schmerzlinderung beiträgt.

Sehr gut geeignet ist diese Technik zur Schmerzlinderungen bei lytischen Knochenmetastasen, die den Knochen auflösen, insbesondere wenn die Gefahr einer Kompressionsfraktur der Wirbelsäule oder der Beckenpfanne besteht.

An ihre Grenzen stößt die Methode allerdings bei größeren Knochen wie dem Oberschenkelknochen, oder wenn es sich um einen Befall durch solide Tumoren handelt, die keinen Platz für eine Zementeinbringung bieten.

Palliative radiologische Versorgung in Österreich

„Die Häufigkeit der Anwendung von palliativen Verfahren in der interventionellen Radiologie hängt vom Profil des jeweiligen Krankenhauses ab“, so Hausegger. „Man kann davon ausgehen, dass in allen Schwerpunktkrankenhäusern die entsprechenden Prozeduren angeboten werden. Meist ist es auch möglich, für spezielle Fragestellungen Patienten an entsprechende Zentren zuzuweisen. Dort wird der Eingriff, der zumeist ja wenig belastend ist, durchgeführt und nach einer kurzen Beobachtungsphase wird der Patient wieder an die zuweisende Abteilung rücktransferiert.“

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