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Augenärztliche Untersuchung.
 
Augenheilkunde 25. Jänner 2013

ASS-Dauertherapie kann ins Auge gehen

Die regelmäßige Einnahme von ASS fördert möglicherweise die Entstehung einer feuchten altersabhängigen Makuladegeneration.

Auf dieses AMD-Risiko weisen australische Ophthalmologen in einer aktuell in „JAMA Internal Medicine“ publizierten Studie hin.


„Daueranwender von ASS haben (im Vergleich zu Personen, die höchstens gelegentlich ASS einnehmen) ein doppelt so hohes Risiko, innerhalb von 15 Jahren eine feuchte AMD zu entwickeIn“, schreiben Dr. Gerarld Liew und Kollegen von der Universität Sydney. Die Augenärzte hatten anhand einer prospektiven Langzeitstudie den Zusammenhang zwischen ASS-Einnahme und AMD unter die Lupe genommen.

2.389 zunächst augengesunde Probanden im Alter ab 49 Jahren waren über einen Zeitraum von 15 Jahren hinweg viermal auf Anzeichen einer trockenen oder feuchten AMD untersucht worden, darunter auch 257 Personen, die mindestens einmal wöchentlich ASS schluckten.

Von ihnen wiesen bei Studienabschluss 9,3 Prozent eine exsudative AMD auf, in der Vergleichsgruppe waren es lediglich 3,7 Prozent. Wenn man die Verteilung anderer AMD-Risikofaktoren wie Alter, Rauchen oder kardiovaskuläre Erkrankungen berücksichtigte, ergab sich für die ASS-Daueranwender eine Verdoppelung des Erkrankungsrisiko (Odds Ratio, OR = 2,46).

Wirkung erst nach vielen Jahren


Das erhöhte Risiko war aber erst nach 10–15 Jahren nachweisbar. Die Behandlung mit anderen ebenfalls zur Behandlung von Schmerzen und kardiovaskulären Erkrankungen eingesetzten Medikamenten – Paracetamol bzw. Betablockern – wirkte sich dagegen nicht auf das Auftreten einer feuchten AMD aus. Eine ASS-Dauertherapie hatte außerdem keinen Einfluss auf die Entstehung einer trockenen AMD (OR = 0,99).

Nicht die erste Studie

Die Ergebnisse der Studie stehen in Einklang mit denen einer europäischen Studie aus dem vergangenen Jahr, in der ebenfalls ein zweifach erhöhtes Risiko für eine feuchte AMD beobachtet wurde.

Dass in anderen Studien wie der Physicians‘ Health Study oder der Women’s Health Study keine Risikozunahme festgestellt wurde, führen die australischen Augenärzte auf die kürzere Studiendauer und die Latenz des ASS-Effektes zurück.

Ursächlich für das erhöhte Risiko könnte eine Komplementaktivierung durch ASS sein, spekulieren die Studienautoren. Der stärkste Risikofaktor für eine AMD, der CFHY402H-Polymorphismus, kodiert nämlich für ein Protein mit verminderter komplementinhibierender Wirkung.

Kein ASS für AMD-Risikopatienten?

Bei einer Langzeittherapie mit ASS werden üblicherweise das erhöhte Risiko für gastrointestinale und intrazerebrale Blutungen mit abgewogen. Laut Liew et al. könnte es sinnvoll sein, auch eine feuchte AMD bei der Nutzen-Risiko-Betrachtung zu berücksichtigen. Allerdings räumen sie auch ein, dass „die Evidenz noch zu schwach ist, um daraus eine Veränderung der klinischen Praxis abzuleiten“. Davon möglicherweise ausgenommen seien höchstens Patienten mit sehr hohem Risiko für eine feuchte AMD, wenn zum Beispiel bereits ein Auge betroffen sei.



Liew G et al. The Association of Aspirin Use With Age-Related Macular Degeneration. JAMA Intern Med, online 21. Januar 2013; doi:10.1001/jamainternmed.2013.1583

Kommentar: Assoziation oder Ursache? (in englischer Sprache)

springermedizin.de/bsch/IS, springermedizin.at

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