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Ein genähter Meniskus kann nach einiger Zeit wieder Beschwerden verursachen.
 
Orthopädie 21. Jänner 2013

Genähte Menisken machen langfristig Probleme

Laut einer Datenanalyse soll innerhalb von fünf Jahren jede vierte Meniskusnaht versagen.

Muss der Meniskus entfernt werden, leidet der Knorpel – es droht der Gelenkverschleiß. Verletzte Menisken werden daher möglichst erhalten, Risse genäht. Die kurzfristigen Erfolgsaussichten eines solchen Eingriffs sind relativ gut untersucht, zu den langfristigen gibt es kaum Daten. Die wenigen werteten nun US-amerikanische Orthopäden aus.

Die Menisken sind wichtige, aber auch sehr vulnerable Strukturen des Kniegelenks. Hat man früher eingerissene Knorpelscheiben kurzerhand entfernt, steht mittlerweile der Erhalt an oberster Stelle, mit immer ausgefeilteren Methoden. So unterscheidet man heute unter anderem die Inside-out-, die Outside-in- sowie die All-inside-Techniken. Der technische Fortschritt brachte auch – wie zahlreiche Studien belegen – den gewünschten Erfolg, zumindest kurzfristig, also ein bis zwei Jahre nach dem Eingriff. Auf lange Sicht hingegen scheint es etwas anders zu sein, wie US-amerikanische Orthopäden kürzlich in einem Review berichteten: Beinahe jeder vierte reparierte Meniskus machte innerhalb von fünf Jahren wieder Beschwerden.

Nur 13 Studien erfüllten Einschlusskriterien

Jeffrey J. Nepple von der Universitätsklinik in St. Louis und seine Kollegen sichteten das vorhandene Studienmaterial nach Erhebungen, in denen die Versagerquote während fünf Jahre nach dem Eingriff oder länger untersucht worden war. Gerade einmal 13 Studien erfüllten die Einschlusskriterien, wobei in jeweils fünf offen operiert bzw. der Meniskusriss mit der Inside-out-Technik genäht wurde, in einer die Outside-in-Technik angewandt und in weiteren drei die Knorpelscheibe mit Ankerstiften repariert wurde. Der Eingriff wurde als nicht erfolgreich gewertet, wenn die Patienten erneut über klinische Symptome klagten, meist aufgrund mechanischer Beschwerden. Viele, aber nicht alle unterzogen sich wegen eines neuerlichen Meniskusrisses einer weiteren Operation.

Jede vierte Reparatur enttäuscht

Egal mit welcher Technik der Meniskus nun repariert wurde, die Versagerquoten innerhalb von fünf Jahre waren mit 22,3 Prozent bis 24,3 Prozent ähnlich. Die Versagerrate scheint mit den Jahren zu steigen, wobei etwa 30 Prozent der neuerlichen Beschwerden nach zwei Jahren aufgetreten sind. Vier Studien machten Angaben zur durchschnittlichen Dauer bis zum Wiederauftreten von Symptomen, die reichten von 2,2 bis 4,2 Jahren. Aussagen zu den neueren All-inside-Techniken waren nicht möglich. Für diese Verfahren gibt es bislang keine Daten zum Langzeiterfolg.

Für die dauerhafte Funktionalität des reparierten Meniskus scheint weder die Unversehrtheit des vorderen Kreuzbandes (ACL) noch die Lokalisation der Meniskusverletzung (p = 0,17) oder die Art der Rehabilitation ausschlaggebend zu sein. So hielten langfristig bei intaktem vorderem ACL 22,7 Prozent der reparierten Menisken der Belastung nicht stand, bei geschädigtem ACL 22,1 Prozent und bei ACL-Rekonstruktion 26,9 Prozent (p = 0,86).

Große Heterogenität ein Manko

Zwar fasse dieses Review die aktuell verfügbaren Daten zum Langzeiterfolg der Reparaturtechniken zusammen, doch sei eine Metaanalyse immer nur so aussagekräftig wie die ausgewerteten Studien, betonten die Studienautoren. Als problematisch werten Nepple und seine Kollegen nicht nur die geringe Studienzahl, sondern auch deren Heterogenität im Hinblick auf Patientenpopulation, Art der Meniskusverletzung, Operationstechnik und angeschlossene Rehabilitation.

Orginalpublikation: Nepple J J et al. Meniscal Repair Outcomes at Greater Than Five Years: A Systematic Literature Review and Meta-Analysis. J Bone Joint Surg Am, 2012 Dec 19;94(24):2222–2227; doi: 10.2106/JBJS.K.01584

springermedizin.de/
KK, Ärzte Woche 4/2013

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