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© Yuri Arcurs / shutterstock
Die Kosten für die Versorgung von Migränepatienten gehen drastisch auseinander.
 
Neurologie 3. Juli 2012

Stiefkind Schmerzprophylaxe

Europa in der Migräneversorgung keine Einheit.

In Europa sind die Kosten für die Versorgung von Patienten mit chronischer oder episodischer Migräne unterschiedlich hoch, wobei die Kosten für die medizinische Versorgung von Patienten mit chronischer Migräne laut einer Studie dreimal so hoch waren wie die für Patienten mit episodischer Migräne.

Die Studie beruht auf einer internetbasierten Umfrage von Februar bis April 2009 in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien. Ermittelt wurden die direkten Kosten.

Als chronisch wurde Migräne definiert, wenn die Patienten an mindestens 15 Tagen im Monat Anfälle hatten, als episodisch, wenn die Anfälle seltener waren. Die Zahl der Teilnehmer mit chronischer Migräne lag pro Land zwischen 50 und 60, die jener mit episodischer Migräne zwischen 645 und 1.404.

Die Spanne der durchschnittlichen direkten Kosten für die Versorgung von Patienten mit chronischer Migräne im Vierteljahr reichte von € 373,8 in Deutschland bis € 929,6 in Großbritannien. Und: Die jeweiligen Kosten für die Versorgung der Patienten mit episodischer Migräne waren meist deutlich niedriger. Wie die Wissenschaftler um Dr. Lisa M. Bloudek aus Irvine vermuten, beruhen die Differenzen auf den strukturellen Unterschieden zwischen den Gesundheitssystemen sowie der Verfügbarkeit der verschiedenen Therapieoptionen.

Weniger als ein Drittel nutzen Prophylaxe

Auch die Ungleichheiten bei der Migräneversorgung in den fünf Ländern tragen zu den Unterschieden bei den Kosten bei, etwa bei der stationären Versorgung. So lag der Anteil der Patienten mit chronischer Migräne, die zur Versorgung mindestens zwei Tage in der Klinik bleiben mussten, in Großbritannien mit 8,8 Prozent viel höher als in irgendeinem der anderen Länder. Der hohe britische Anteil spiegele aber wohl eher ein besseres Engagement bei der Versorgung der Migränepatienten wider als eine suboptimale medizinische Betreuung, so die Autoren. Diese machen auch darauf aufmerksam, dass in ihrer Studie weniger als ein Drittel der Befragten angaben, eine Medikation zur Migräneprophylaxe, etwa Antidepressiva oder Betablocker, zu nutzen. Aber gerade die Migräneprophylaxe sei die beste Möglichkeit, die Kosten für Migränepatienten zu zügeln.

 

springermedizin.de/ple, Ärzte Woche 27 /2012

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