zur Navigation zum Inhalt
 

Anästhesisten: Propofol sicher

Propofol wieder in Diskussion 

Nach dem Tod eines vierjährigen Kindes nach einer Zahn-Operation im LKH-Universitäts-Klinikum in Graz und rechtlich vorgeschriebenen laufenden Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei, könnte - wieder einmal - das Kurzzeit-Narkosemittel Propofol in Diskussion geraten. Zuvor war es in Österreich vor allem nach dem Tod eines Kindes an der Uni-Klinik Innsbruck in die Schlagzeilen geraten - international durch den Tod von Michael Jackson im Jahr 2009.

ÖGARI-Stellungnahme

Die österreichische Gesellschaft der Anästhesisten (ÖGARI) hat erst im vergangenen Jahr anlässlich des Falles in Innsbruck in einer Stellungnahme darauf hingewiesen, dass das Medikament bei richtiger Anwendung ausgesprochen sicher ist.

"Aufgrund des tragischen Todesfalles an der Universitätsklinik für Kinderheilkunde in Innsbruck herrscht derzeit in Österreich bei vielen Eltern und Patienten große Verunsicherung bezüglich der Verwendung von Propofol, einem Medikament zur Herbeiführung eines schlafähnlichen Zustandes bei Narkosen und Intensivbehandlungen. (...) Der häufige Einsatz erklärt sich daraus, dass Propofol nach Verabreichung über einen venösen Zugang eine hohe Wirksamkeit mit raschem Herbeiführen und Aufrechterhalten eines schlafähnlichen Zustandes hat", stellte die ÖGARI fest.

Die offizielle Stellungnahme weiter: "Die Substanz zeichnet sich durch eine gute Steuerbarkeit mit rascher Beendigung des Schlafzustandes und ein hohes Sicherheitsprofil aus. Es gibt bei der Narkoseführung Alternativen (...), aber diese sind allesamt bezüglich Wirksamkeit, Steuerbarkeit und Patientensicherheit (...) deutlich unterlegen - auch bei sehr jungen Kindern (im ersten Lebensmonat, Anm.)."

Insgesamt sei das Mittel "unverzichtbar bei vielen Indikationen in der Anästhesie von Kindern und Erwachsenen und zur Kurzzeitsedierung auf österreichischen Intensivstationen". Dass gerade in der Kinderheilkunde Medikamente nicht speziell für diese Altersgruppe zugelassen seien, wäre ein generelles Problem in der Pädiatrie.

International - so auch in der EU - gibt es derzeit verstärkte Bemühungen für Arzneimittel auch eigene Registrierungen für Kinder zu fördern. Dies ist auch vom Vorliegen entsprechender klinischer Studien abhängig. In Österreich ist Propofol auch für Kinder zugelassen, allerdings nur für die kurzfristige Anwendung.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben