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Allgemeinmedizin 24. April 2012

Bei akuten Schmerzen

Koffein verstärkt die Wirkung von Analgetika.

Ein aktueller Cochrane-Review bestätigt den Nutzen von koffeinhaltigen Schmerzmitteln. Durch den Zusatz von 100 mg Koffein zu einem Analgetikum in Standarddosierung steigt der Anteil der Patienten, deren akute Schmerzen deutlich nachlassen, um 5–10 Prozent.

Koffein ist als Bestandteil von Kombinationsanalgetika durchaus umstritten. Laut den Cochrane-Wissenschaftlern um Christopher J. Derry von der Uniklinik Oxford gibt es nur eine Handvoll oft kleiner Studien, die die schmerzlindernde Wirkung direkt belegen. Einige randomisierte Studien haben jedoch gemischte Ergebnisse geliefert, und zahlreiche klinische Studien sind bis heute nicht vollständig veröffentlicht. Derry et al. haben deswegen alle verfügbaren Daten zusammengesucht und gemeinsam ausgewertet. Dabei wurden nur randomisierte Doppelblindstudien berücksichtigt, in denen eine Einzeldosis eines Analgetikums und eine Einzeldosis desselben Analgetikums plus Koffein in ihrer Wirkung auf akute Schmerzen direkt miteinander verglichen wurden. Insgesamt flossen Daten aus 19 Studien mit 7.238 Patienten ein. In den meisten Studien wurde Paracetamol oder Ibuprofen verwendet, in zwei Studien ASS, in einer ASS plus Paracetamol. Koffein wurde überwiegend in Dosierungen von 100–200 mg zugesetzt. Anlass für die Therapie waren Kopfschmerzen, postoperative Zahnschmerzen, Schmerzen nach Entbindung, Dysmenorrhoe oder Halsschmerzen.

Koffein wie in einer Tasse Kaffee

Mit Ausnahme von drei Vergleichspaaren waren die koffeinhaltigen Analgetika den Monopräparaten nummerisch überlegen. Wurden die Ergebnisse in eine Analyse zusammengezogen, zeigte sich ein kleiner signifikanter Vorteil für die Kombinationspräparate: Die Chance, dass mindestens die Hälfte der maximal möglichen Schmerzlinderung erreicht wurde, stieg damit um 10 Prozent. Das bedeutet, dass etwa 15 Patienten ein Analgetikum plus Koffein erhalten müssen, damit ein Patient mehr eine deutliche Schmerzreduktion erfährt als mit dem Analgetikum allein. Die schmerzlindernde Wirkung war gleichermaßen bei Kopfschmerzen wie nach Zahn-Op und Entbindung festzustellen, aber nicht bei Menstruationsbeschwerden.

springermedizin.de/FH , Ärzte Woche 17 /2012

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