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Allgemeinmedizin 27. Februar 2012

Warum Schmerz-Pflaster manchmal nicht wirken

Deutsche Forscher gingen der Frage nach, wie Lidocain-Pflaster wirken und warum sie in manchen Fällen keine Erleichterung bringen.

Die Pflaster, die für die Behandlung von Nervenschmerz nach Herpes Zoster zugelassen sind, können zugeschnitten werden und über Nacht aufgeklebt werden. Viele Patienten sind danach den ganzen Tag schmerzfrei, aber nicht alle, wie Erstautorin Dr. Elena K. Krumova vom BG-Universitätsklinikum Bergmannsheil der Ruhr-Universität Bochum (RUB) berichtet. Ihr Team untersuchte die Pflasterwirkung bei 26 gesunden Probanden über sechs Stunden, wobei die Hälfte von ihnen sich ein Placebo aufklebte. Davor und danach wurde anhand einer Quantitativen Sensorischen Testung beurteilt, ob sich die Wahrnehmungs- und Schmerzschwellen bei Reizen (z. B. Pinsel, Watte, Nadeln, Hitze) veränderten.

Lidocain veränderte hauptsächlich die Wahrnehmung, die über kleine Nervenfasern in der Haut vermittelt wird (z. B. Wärme). Das Ausmaß der Betäubung kleiner Nervenfasern war unter den Probanden sehr verschieden. Bei 54 Prozent veränderte sich die Wahrnehmungsschwelle für Hitze kaum, bei acht Prozent hingegen sehr stark.

Die Autoren vermuten daher, dass die Anzahl der kleinen Nervenfasern in der Haut Einfluss auf die Wirksamkeit von Lidocainpflastern haben könnte.

Krumova, E. K. et al.: Pain 2012; 153: 273–80; doi:10.1016/j.pain.2011.08.020

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