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Schmerz 31. Mai 2011

Cannabis aus dem Körper: Schalter für Speicherung gefunden

Endocannabinoide dämpfen den Schmerz, lindern Übelkeit und regen den Appetit an. Am Zentrum für Molekulare Biowissenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz ist es gelungen, das Endocannabinoid 2-AG im Gewebe durch Ausschalten eines Enzyms anzureichern.

„Monoglyzerid-Lipase spaltet Fettbestandteile, die beim Fettabbau entstehen“, erklärt Erstautorin Mag. Ulrike Taschler. Außerdem spielt Monoglyzerid-Lipase eine wichtige Rolle im Endocannabinoid-Stoffwechsel. Mäuse, bei denen dieses Enzym ausgeschaltet ist, können das Endocannabinoid 2-AG (2-Arachidonoyl-glyzerol) nicht abbauen. „Deshalb reichert sich die Substanz in sämtlichen Geweben an und aktiviert Rezeptoren, die unter anderem für Schmerzempfinden, Übelkeit und Appetit verantwortlich sind“, berichtet Taschler. Monoglyzerid-Lipase könnte somit ein Angriffspunkt für Anwendungen im Bereich der Schmerztherapie und bei Essstörungen sein. Weiters scheint das Endocannabinoid auch bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Alzheimer schützend zu wirken.

Taschler U et al.: The Journal of Biological Chemistry 2011; doi: 10.1074/jbc.M110.215434

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