zur Navigation zum Inhalt
 
Schmerz 27. Februar 2009

Schmerzlinderung mit Zen

Wer viel meditiert und Atemübungen macht, hat auch im Alltag weniger unter Schmerzen zu leiden.

Eine Untersuchung an der Universität Montreal, die in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Psychosomatic Medicine veröffentlicht wurde, attestiert der häufigen Zen-Meditation einen schmerzmindernden Effekt.

Die Studie war darauf angelegt, ein möglicherweise anderes Schmerzempfinden von Menschen zu untersuchen, die häufig meditieren. 13 Zen-Lehrer, die mindestens 1.000 Stunden Meditationserfahrung besaßen, wurden mit einer gleich großen Gruppe verglichen, die keine Meditation praktizierte. Man hielt ihnen ein Heizelement an die Wade und steigerte die Temperatur bis maximal 53 Grad. Die Zen-Lehrer ertrugen höhere Temperaturen als die Vergleichsgruppe und zeigten ein um ein Sechstel niedrigeres Schmerzempfinden, das sich im Zustand der Meditation noch weiter absenkte. Grund dafür sei die Verminderung der Atemfrequenz von 15 auf zwölf Züge pro Minute, die für mehr Entspannung des Körpers sorgt, vermuten die Studienautoren.

Einfluss der Atmung

Atemtechniken sind ein wesentliches Element der Zen-Meditation und haben Folgen für den Körper. „Man versucht, besonders langsam auszuatmen“, betont Zen-Lehrer Thomas Kabierschke. „Das führt zu tieferer Atmung. Die Gedanken beruhigen sich dabei und der Blutdruck sinkt.“ Während der Meditation befinde sich der Körper in gesteigerter Wachheit und Sensibilität, wodurch man auch kleine Geräusche wahrnehme. Kabierschke beobachtet auch im Alltag langfristige körperliche Verbesserungen als Folge von regelmäßiger Meditation. „Schlafqualität, Konzentrationsfähigkeit und Gelassenheit steigen und das Stressempfinden bessert sich. Mit dem Stress sinkt auch das Schmerzempfinden“, so der Meditationslehrer.

pte / IS , Ärzte Woche

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben