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Hirnaktivierung unter Schmerzreizung.
 
Radiologie 25. Mai 2010

Stiche, die Schmerzen reduzieren

Deutsche Neuroradiologen sind der schmerzlindernden Wirkung der Akupunktur auf der Spur.

An der Universität Essen wurden 18 Probanden ein elektrisch hervorgerufener Schmerz zugefügt und die Aktivitäten in den für die Schmerzverarbeitung zuständigen Hirnarealen gemessen. Anschließend wurden die Versuchspersonen an klassischen Punkten akupunktiert und erneut dem Schmerzreiz ausgesetzt. Der Vergleich beider Messungen zeigte: Nachdem in der ersten Sitzung die schmerzverarbeitenden Hirnregionen eine hohe Aktivität aufgewiesen hatten, konnte diese Aktivität unter der Akupunktur-Anwendung nicht nachgewiesen werden. Die funktionelle Magnetresonanztomografie war das angewandte Messverfahren.

„Was uns in dieser Studie interessierte, war die Schmerzmodulation“, erklärt Nina Theysohn, Assistenzärztin der Neuroradiologie an der Uniklinik Essen, die die Studie Mitte Mai auf dem 91. Deutschen Röntgenkongress in Berlin vorstellte. Es zeigte sich: „Der objektiv in beiden Untersuchungsreihen gleich starke Schmerzreiz eines Stromstoßes wurde von den Probanden unterschiedlich aufgenommen. Und zwar abhängig davon, ob sie akupunktiert wurden oder nicht.“

Worin der Einfluss der Akupunktur auf die Schmerzverarbeitung liegt, bleibt allerdings noch ein Geheimnis. „Ob und wie die Akupunktur eine neurobiologische Wirkung auf das Gehirn entfaltet und welche Rolle der Placebo-Effekt einnimmt, wird Gegenstand weiterer Untersuchungen sein“, so Theysohn. Die Wirkung der Akupunktur tritt mit steigender Schmerzintensität allerdings in den Hintergrund.

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