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Gastroenterologie 1. November 2008

Opioidinduzierte Obstipation: Literaturanalyse zu Pathophysiologie und Behandlung

Obstipation ist eine häufige und schwerwiegende Nebenwirkung von Opioidanalgetika. Trotz ihres gehäuften Auftretens wird sie im klinischen Alltag vielfach übersehen oder unterschätzt. In der analysierten Literatur herrscht Einigkeit darüber, dass eine prophylaktische und routinemäßige medikamentöse Therapie vonnöten ist. Hierfür kommen Laxantien, rektale Entleerungshilfen, prokinetische Medikamente und Opioidantagonisten in Betracht. Unter den Laxantien haben sich Füll- und Quellstoffe nicht bewährt, weil die Zufuhr der für die Wirkung notwendigen Flüssigkeitsmenge meist nicht gewährleistet werden kann. Auch der Nutzen von Weichmachern ist umstritten und als Monotherapie nicht ausreichend. Dagegen haben sich Stimulantien und osmotisch wirksame Laxantien bewährt. Prokinetische Medikamente sind wegen ihrer schwerwiegenden Nebenwirkungen nicht zu empfehlen. Die effektive Linderung der opioidinduzierten Obstipation durch Opioidantagonisten wurde in zahlreichen Studien belegt. Als nachteilige Wirkungen wurden Analgesieverlust und Entzugssymptomatika beschrieben. Durch die Entwicklung der quartären Opioidantagonisten wie Methylnaltrexon konnten diese nachteiligen Effekte entschärft werden.

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