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Anästhesie 1. September 2009

Postoperativer Schmerz und systemische Entzündungs-Stress-Reaktion nach präoperativer Gabe von Clonidin und Levobupivacain: eine randomisierte kontrollierte Studie

ZIEL DER STUDIE: Mit einer adäquaten perioperativen Schmerzkontrolle kann man zentrale und periphere Entzündungsreaktion auf eine Operation sowie das Ergebnis von Operationen kontrollieren. Der Einsatz von Analgetika vor dem Schmerzreiz (Präventive Analgesie) verhindert die Entwicklung von neuroplastischen Veränderungen im ZNS und vermindert den Schmerz. Wir untersuchten die Hypothese, ob eine präoperative epidurale oder intrathekale Gabe von Clonidin den postoperativen Schmerz und die postoperative systemische Entzündungs-Stress-Reaktion besser vermindert als Levobupivacain.

METHODEN: In einer kontrollierten, randomisierten Studie wurden 42 Patienten vor einer kolorektalen Resektion in 3 Gruppen geteilt: Gruppe 1 (n = 17) erhielt präoperativ epidural 5 µg/kg Clonidin, Gruppe 2 (n = 12) 2,5 mg/ml Levobupivacain und Gruppe 3 als Kontrolle (n = 13) Kochsalz. Die folgenden Parameter wurden vor der Operation, 1 h nach Operationsbeginn, 1 h, 6 h, 12 h und 24 h nach der Operation erhoben: Procalcitonin (PCT), Interleukin-6 (IL-6) und postoperatives Schmerzniveau.

ERGEBNISSE: Alter, Geschlecht, BMI, Körperoberfläche und Operationsdauer der Gruppen waren nicht signifikant unterschiedlich. Gruppe 1 (Clonidingruppe) hatte signifikant (p < 0,05) niedrigere PCT und IL-6 Werte im Vergleich zu beiden anderen Gruppen. Auch das postoperative Schmerzniveau in Ruhe und bei Bewegung war in Gruppe 1 vor allem 1 h nach der Operation signifikant (p < 0,05) niedriger (VAS = 0,82 und 1,18) im Vergleich zu Gruppe 2 (VAS = 5,25 und 6,67) und auch zu Gruppe 3 (VAS = 7,08 und 8,31).

SCHLUSSFOLGERUNG: Unsere Ergebnisse unterstützen die Bedeutung des zentralen Effekts von Clonidin auf die Schmerzbahnen und auf die Blockade der systemischen Entzündungs-Stress-Reaktion.

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